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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Wir sehen nicht nur mit dem Auge. Einen ganz wesentlichen Anteil an der Wahrnehmung hat das Gehirn. Erst durch die Interpretation des Gesehenen im Gehirn können wir es verstehen. Dabei streben unsere Sinne stets nach Ordnung, nach einer möglichst einfachen, sinnvollen Interpretation des Gesehenen.


  • Wir nehmen nie eine Summe oder Folge von einzelnen Sehreizen wahr, sondern das Bild als Gesamtheit. Dieses stellt etwas komplett anderes dar als die Summe seiner Einzelempfindungen, denn unser Wahrnehmungssystem fasst die einzelnen Bildbestandteile nach Gruppierungsgesetzen zu Gestalten zusammen. Gerne wahrgenommene einfache Formen sind beispielsweise Kreise, rechte Winkel und Geraden.


  • Unter natürlichen Bedingungen funktioniert unser Wahrnehmungssystem optimal. Optische Täuschungen werden nicht durch mangelnde Leistungsfähigkeit des Auges hervorgerufen, sondern durch künstliche Sehbedingungen, mit denen der Mensch in seinem Lebensumfeld normalerweise nicht konfrontiert wird.


  • Es gibt noch keine umfassende Theorie, nach der sich alle optischen Täuschungen schlüssig erklären lassen. Die Erforschung der Funktionsweise optischer Täuschungen hilft Forschern allerdings, das visuelle System des Menschen besser zu verstehen


  • Unser Gehirn versucht, in zweidimensionalen Darstellungen räumliche Tiefe zu sehen. Beliebige Winkel werden - sofern möglich - als perspektivisch verzerrte rechte Winkel interpretiert.


  • Unser Wahrnehmungssystem erkennt die Größe eines Objektes, weil die Entfernung zu ihm in die Deutung des Gesehenen einfließt. Dieses Phänomen nennt man auch Größenkonstanz.


  • Fata Morganen sind Luftspiegelungen, die durch Lichtbrechung an Luftschichten verschiedener Dichte entstehen. Notwendig hierfür sind hohe Temperaturunterschiede innerhalb einer geringen Höhe, wie es beispielsweise in der Wüste häufig der Fall ist.


  • Der Mond erscheint kurz über dem Horizont größer als im Zenit. Dieses Phänomen wird im wesentlichen durch eine Täuschung der Größenkonstanz verursacht: Da wir die Entfernung zum Horizont größer einschätzen als zum Firmament, erscheint uns der Mond größer. Sein Abbild auf der Netzhaut bleibt jedoch immer gleich.

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