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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vulkaninseln und Unterwasserberge (Seamounts) der Hawaii-Emporer-Kette sind in den letzten 70 bis 80 Millionen Jahren entstanden. Von Nordwesten nach Südosten werden die Feuerberge immer jünger. Die Insel Hawaii – Big Island – ist gerade mal 500.000 bis eine Million Jahre alt.


  • Ein Hot Spot, ein gigantischer "Schweißbrenner" tief unter der Erde, erzeugt unaufhörlich Magma, das sich durch die Erdkruste frisst und im Laufe von Jahrmillionen Vulkaninseln wie Oahu, Maui oder Molokai wachsen lassen hat.


  • Die Pazifische Platte auf der auch Hawaii liegt, driftet jährlich mit einem Tempo von acht bis zehn Zentimetern von Südost nach Nordwest über den Hot Spot hinweg und nimmt die Feuerberge „Huckepack“ mit.


  • Da der Hot Spots aber stets am selben Ort bleibt, brennt er immer neue „Löcher“ in die Erdkruste und erzeugt mit der Zeit eine ganze Kette von Vulkaninseln.


  • In weniger als einer Million Jahre ist ein durch den Hot Spot neu entstandener Feuerberg so hoch, dass er die 5.000 oder 6.000 Meter vom Meeresboden bis zur Wasseroberfläche locker überwunden hat und aus dem Meer ragt.


  • Diese Hot Spot-Theorie war lange Zeit unter Wissenschaftler weitgehend unumstritten. Letztes Jahr jedoch konnte ein internationales Forscher-Team nachweisen, dass der Hot Spot, der für die Entstehung der Hawaii-Emporer-Kette verantwortlich ist, nicht ortsstabil ist, sondern seine Lage im Laufe der Erdgeschichte dramatisch verändert hat.


  • In der Zeit zwischen 81 und 47 Millionen Jahre vor heute während der späten Kreidezeit und dem Beginn des Tertiärs ist der heiße Fleck mit einem Tempo von rund 44 Millimeter jährlich nach Süden gewandert.


  • Aufgrund der isolierten Lage mehr als 3.000 Kilometer vom nächsten Festland entfernt hat es lange gedauert, bis sich auf den zunächst einmal kargen Vulkaninseln Hawaiis Leben ansiedeln konnte. Nur schwimmend oder fliegend erreichten die Organismen den einsamen Archipel – manche davon sogar als Untermieter im Geflügel von Vögeln.


  • Im Laufe der Jahrmillionen dauernden Evolution entwickelte sich Hawaii dann aber zu einem blühenden tropischen Paradies. In diesem einzigartigen Lebensraum gibt es an Land und im Wasser zahlreiche Raritäten und Exoten unter den Tieren und Pflanzen, die sonst nirgendwo auf der Welt zu finden sind.


  • Die World Conservation Union IUCN zählt viele der endemischen Pflanzen – aber auch Tiere – Hawaiis zu den am meisten vom Aussterben bedrohten Spezies auf der Welt. Schuld daran ist neben der Zerstörung des natürlichen Lebensraumes durch den Menschen auch eine Invasion an Exoten.


  • Schon mit den ersten Siedlern kamen die Kokospalme, Ananas oder Mango sowie Ratten, Flöhe oder Schweine neu auf die Insel. Mit den Europäern, den Festlandamerikanern oder Japanern, die später in großer Anzahl auf den Inseln einwanderten, ging die biologische Invasion und damit das Massensterben unter den einheimischen Arten erst richtig los.


  • Forscher schätzen, dass in den vergangenen gut zweihundert Jahren rund die Hälfte aller hawaiianischen Tiere und Pflanzen für immer von den Inseln verschwunden sind.


  • Ein Ende dieser Entwicklung ist noch längst nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass jährlich etwa 20 neue Arten nach Hawaii kommen, die die einheimischen Spezies bedrohen.

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