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Donnerstag, 17.05.2012
Olympische Generalprobe
Galileos Vorstufe EGNOS im Praxistest

Dass Galileo nicht nur in der klassichen Disziplin der Navigationssysteme, dem Verkehr, glänzen kann, könnte sich bei den olympischen Spielen in Athen zeigen. Sie werden im August 2004 nicht nur im Mittelpunkt der sportbegeisterten Öffentlichkeit stehen, auch zahlreiche Wissenschaftler, Techniker und Softwareentwickler des Galileo-Projekts verfolgen das Ereignis mit Spannung. Denn eine der Vorstufen des zukünftigen Satellitennavigationssystems, der European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS), hat hier seinen ersten großen Auftritt: Im Rahmen des INSTANT-Projekts soll er zeigen, wie sich ein satellitenbasiertes Ortungssystem für die Sicherheit und Überwaschung solcher Großereignisse einsetzen lässt.

Olympiastadion in Athen 
Olympiastadion in Athen
© ESA
In einem ersten Teilexperiment soll das neue System unter anderem die Überwachung von olympischen Spielstätten und anderen neuralgischen Punkten der Infrastruktur durch Sicherheitsfirmen verbessern. Dafür sind die Wachleute jeweils mit einen Taschencomputer (PDA) ausgerüstet, der sowohl Ton- und Bildinformationen über seine unmittelbare Umgebung aufnimmt, als auch einen integrierten EGNOS-Empfänger besitzt.

Schlagen die Wachleute bei Zwischenfällen in der Zentrale Alarm, sind sowohl sie als auch sämtliche Einsatzfahrzeuge und sonstigen Hilfsgeräte mithilfe der PDAs jederzeit genau zu orten und damit auch schneller und gezielter einsetzbar als bisher. Nach ähnlichem Prinzip wird in einem zweiten Experiment auch die Anwendung von mobilen Ortungssystemen bei der Überwachung von Segelbooten vor der Küste getestet.

 Sicherheitsbeamter mit EGNOS-PDA
Sicherheitsbeamter mit EGNOS-PDA
© ESA
Das EGNOS-System ist dabei bereits heute deutlich exakter als das GPS: Statt nur auf rund 20 Meter genau erreicht es immerhin eine Auflösung von rund fünf Metern. Dabei nutzt es zwar noch die Signale der GPS- und GLONASS-Satelliten, überprüft aber gleichzeitig deren Verlässlichkeit und Genauigkeit durch drei eigene, geostationäre Satelliten und ein Netz aus 30 Bodenstationen. Diese erhalten über ein Funksignal die genaue Position der EGNOS-, aber auch der GPS-Satelliten und können aus beiden errechnen, ob es Abweichungen und damit Korrekturbedarf gibt. Gleichzeitig ermitteln sie auch Informationen über die Genauigkeit der Atomuhren an Bord der Navigationssatelliten und über atmosphärische Turbulenzen in der Ionosphäre.

Alle Faktoren zusammen dienen als Korrekturwerte und werden dem Basissignal des EGNOS-Satelliten aufgelagert. Die speziellen EGNOS-Empfangsgeräte können sowohl die GPS-Signale als auch diese Korrekturwerte decodieren und damit die Ortung verbessern. „EGNOS sagt ihnen, ob sie dem Signal trauen können. Es gibt ihnen ihre Position an und sagt gleichzeitig, wie stark die Angabe abweichen könnte“, erklärt Laurent Gauthier, EGNOS-Projektleiter bei der ESA. „Dieses Wissen ist für viele Anwendungen absolut entscheidend.“

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