|
Aus der unterschiedlichen Laufzeit von P- und S-Wellen kann mittels Triangulation die Lage des Epizentrums, unter Umständen sogar des Hypozentrums, ermittelt werden.
Da eine P-Welle etwa doppelt so schnell ist wie eine S-Welle, wächst der zeitliche Abstand, mit der die Wellen am Seismographen eintreffen, mit der Entfernung, die sie zurückgelegt haben. Aus den Zeitabläufen vorheriger Messungen lassen sich Laufzeitkurven konstruieren, die einer bestimmten Laufzeitdifferenz eine bestimmte Entfernung zuordnen.
Wird ein Erdbeben von drei seismologischen Stationen registriert, die in unterschiedlichen Richtungen vom Ausgangspunkt des Bebens liegen, entspricht der Punkt, an dem sich die drei ermittelten Entfernungsradien überschneiden, dem Epizentrum des Erdbebens. Will man zusätzlich das Hypozentrum ermitteln, ist entweder eine Messung an einer vierten Station nötig oder aber drei Meßstationen müssen zusätzliche P- und S-Wellen registrieren.
Durch eine Vernetzung seismischer Stationen über Kabel oder mit Hilfe genormter Zeitmarken in den Seismogrammen können auch entfernte Beben genauer lokalisiert werden. Rechnergestützte Statistikprogramme übernehmen heute die Auswertung der S- und P-Wellen aus Daten vieler Stationen und errechnen so das Epizentrum.
|