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Freitag, 10.02.2012
"Luna" gegen "Apollo"
Kalter Krieg im All

Die Mondlandung war unzweifelhaft ein „großer Schritt für die Menschheit“ und ein historischer Meilenstein in der Raumfahrt – doch für die USA war sie auch der dringend benötigte Sieg in einem erbitterten Wettstreit: Als der amerikanische Präsident John F. Kennedy im Jahr 1961 ankündigte, noch innerhalb dieser Dekade werde ein Amerikaner als erster Mensch auf dem Mond landen, richtete sich diese Herausforderung in erster Linie an den „Erzrivalen" Sowjetunion. Kennedy sagte in seiner Rede 1961 wörtlich: „Kein Weltraumprojekt wird bei der gesamten Menschheit mehr Eindruck hinterlassen und bedeutender für die langfristige Eroberung des Weltraums sein."

Mond 
Mond
© NASA
Sowohl der sowjetische Präsident Chruschtschow, als auch seine amerikanischen Gegenparts Eisenhower, und später John F. Kennedy, Lyndon Johnson und Richard Nixon waren sich der immensen symbolischen Bedeutung eines solchen Ereignisses sehr wohl bewusst. Entsprechend fieberhaft waren die Bemühungen, diesen Wettstreit um die Dominanz im Weltall für das eigene Land zu entscheiden.

Vorsprung für die Sowjetunion
Der Kampf um die „Eroberung des Weltraums" begann 1957, als die Sowjetunion mit Sputnik den ersten künstlichen Satelliten erfolgreich ins All schoss und damit den Amerikanern zuvorkam. Diesem sowjetischen Erfolg konnten die Amerikaner schon aus politischem Kalkül keinesfalls untätig zusehen. Um ihre wissenschaftlich-technische Überlegenheit und ihre militärische Stärke zu demonstrieren, mussten sie die Sowjetunion beim nächsten Schritt im All, der Landung auf dem Mond, unbedingt schlagen.

Schon Ende der fünfziger Jahre hatten sowohl die USA als auch die Sowjetunion versucht, einige unbemannte Raumsonden der Typen Pioneer (USA) und Luna (UdSSR) in eine Umlaufbahn des Mondes zu bringen, fast alle scheiterten jedoch schon in Erdnähe oder flogen weit am Mond vorbei. Auch die 1961 gestartete amerikanische „Ranger" Serie erwies sich bis 1964 zunächst als völliger Fehlschlag, erst „Ranger 7" schlug wie geplant auf dem Mond ein und übertrug dabei über viertausend Bilder von der Mondoberfläche. Ein Jahr später hatte auch die Sowjetunion ihre Pechsträhne überwunden und meldete wieder Erfolge. Ihre Sonde „Zond 3" umkreiste den Mond und lieferte die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes, 1966 setzte die Landekapsel der Sonde „Luna 9" erfolgreich auf der Mondoberfläche auf.

Die USA holen auf
Während die unbemannten Sonden bereits fleißig Bilder und Karten der Mondoberfläche sammelten, begann die heiße Phase des Wettlaufs zum Mond - der bemannte Flug. Die Amerikaner erlebten allerdings gleich zu Beginn ihres Apollo-Programms im Jahr 1967 ein Desaster. Während eines Vortests für den Start der Apollo 1-Mission brach ein Feuer auf der Startbühne aus, erfasste auch das Steuermodul und tötete die drei Astronauten Virgil Grissom, Edward White und Roger Chaffee. Alle zukünftigen Startpläne wurden nach dieser Tragödie zunächst zurückgestellt, das Mondprogramm drohte, schon in seinen allerersten Anfängen wieder einzugehen. Doch nach umfangreichen Umbauten am Hauptmodul der Apollo-Serie startete im Oktober 1968 doch wieder eine Apollo zu Generalproben in der Erdumlaufbahn.

Die Sowjetunion konzentrierte sich in dieser Phase noch immer vor allem auf die unbemannte Erkundung des Mondes. Als die Amerikaner Ende 1968 ihre erste bemannte Mondumrundung in Apollo 8 erfolgreich absolvierten und die Astronauten damit die ersten Menschen außerhalb der Erdumlaufbahn wurden, hatten sie dem keine vergleichbaren Erfolge entgegenzusetzen.

Erst am 20. Juli 1969 entschied der Satz des Apollo 11 Astronauten Neil Armstrong „The Eagle has landed" das Rennen um die Eroberung des Mondes endgültig - die Amerikaner hatten mit ihrem „großen Schritt für die Menschheit" nicht nur den Wettlauf zum Mond gewonnen, ihnen war zudem zu einer außen- und innenpolitisch extrem kritischen Phase ein gigantisches positives Medienecho sicher. Für eine Weile traten Vietnam-Krieg, Rassenunruhen und soziale Probleme in den Hintergrund. „Unser Mann auf dem Mond" war stattdessen das Thema der Stunde und ein Auslöser für ein neues „Wir-Gefühl" unter den Amerikanern.

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