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Freitag, 10.02.2012
Fadenkreuze und Hintergründe
Fotografische „Widersprüche“ aufgeklärt

Eine ganze Reihe von Argumenten beschäftigt sich mit Aspekten der Aufnahmetechnik und Hinweisen auf vermeintliche Retouschierungsversuche.

„Argument“ Fadenkreuze:
Die Kameras waren mit Fadenkreuzen auf der Linse versehen, um später die Größenverhältnisse der aufgenommenen Gegenstände besser beurteilen zu können. Doch in einigen Aufnahmen werden die Fadenkreuze von Gegenständen im Bild verdeckt – wie ist das zu erklären, wenn nicht mit schlampiger Nachbearbeitung?

 
"Ausblutendes" Weiß überdeckt Fadenkreuz
© NASA
Entgegnung: Zum einen wären Kameras mit Fadenkreuzen ohne weiteres auch in einem Studie zu benutzen gewesen, es hätte daher auch bei einer Fälschung keine Notwendigkeit zu einer nachträglichen Applikation solcher Fadenkreuze bestanden.

Zum anderen treten diese scheinbaren Verdeckungen immer dann auf, wenn ein Fadenkreuz an einen extrem hellen oder weißen Gegenstand angrenzt. Fotografen und Drucker kennen einen solchen Effekt als „ausbluten“: Auf dem Filmmaterial überstrahlt die weiße Fläche die feine schwarze Linie und lässt sie so scheinbar verschwinden. Dieser Effekt kann mithilfe eines Fotoapparats auf der Erde einfach nachgeahmt werden.

„Argument“ identische Hintergründe:
In zwei Videoclips der NASA, die angeblich mit drei Tagen und mehreren Kilometern Abstand gedreht wurden, taucht der gleiche Hintergrund auf, die Berge und ihre Anordnung sind absolut identisch. Wurde hier vielleicht vor einem Studiohintergrund gedreht? Ähnliches ist bei zwei Fotos zu beobachten, bei denen einmal im Vordergrund das Landemodul zu sehen ist, einmal nicht.

 Identische Hintergründe
Identische Hintergründe
© NASA
Entgegnung: Ersteres „Argument“ geht wieder auf schlampige Recherche seitens der Filmemacher zurück: Sie übernahmen beide Sequenzen nicht direkt von der NASA sondern von einer anderen Dokumentation, in der fälschlicherweise deklariert wurde, beides sei mit drei Tagen Abstand gedreht. Eine einfache Nachrecherche bei der NASA hätte jedoch ausgereicht, um diesen Irrtum klarzustellen. Die Sequenzen wurden während eines Mondausflugs an nahezu der gleichen Stelle und nur mit drei Minuten Abstand aufgenommen, die begleitenden Audiokommentare der Astronauten belegen dies noch zusätzlich.

Das scheinbar „fehlende“ Landemodul in den Fotos ist dagegen auf physikalische Effekte zurückzuführen: Da der Mond keine Atmosphäre besitzt, fehlt auch das Verschwimmen von Landschaftsformen oder Gegenständen mit wachsender Entfernung vom Beobachter – eine Eigenschaft, die uns auf der Erde hilft, Distanzen abzuschätzen. Die so nah erscheinenden Berge im Hintergrund sind in Wirklichkeit kilometerweit entfernt und verändern sich daher kaum, auch wenn ein Foto ein paar Meter vor und eines ein paar Meter hinter dem Lander gemacht wird.

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