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Freitag, 10.02.2012
Mit voller Wucht voraus...
Auswirkungen und Schäden von Hurrikans

Am 16. September 1999 um 6:30 Uhr (Ortszeit) trifft das Zentrum des Hurrikans Floyd im US-Bundesstaat North Carolina auf Festland. Der Sturm wütet mit Windgeschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern und überzieht weite Küstengebiete mit Sturmfluten und Windhosen. Sintflutartige Regenfälle setzen ganze Landstriche zusätzlich unter Wasser. Fast zwei Millionen US-Bürger sind auf der Flucht ins Landesinnere, während andere auf Hausdächern und Bäumen vor den Wassermassen Schutz suchen. Einige Flüsse erreichen Pegelstände, die zuletzt vor 70 Jahren gemessen wurden. Fast eine Million Menschen sind zeitweise ohne Strom.

Zerstörungen nach einem Hurrikan 
Zerstörungen nach einem Hurrikan
© FEMA
Im US-Bundesstaat Florida - vorsorglich zum Katastrophengebiet erklärt - werden Sicherheitsmaßnahmen im US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral durchgeführt. Die NASA evakuiert 12.500 Mitarbeiter. Lediglich eine "Not-Belegschaft" von 100 Freiwilligen bleibt im Raumfahrtzentrum zurück. Die befürchteten Schäden an Raumfähren und Raketen bleiben aber aus.

Zuvor hat Floyd bereits auf den Bahamas seine gewaltige Zerstörungskraft entfaltet und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Hurrikan deckte Dächer ab, Stromleitungen wurden niedergerissen und sämtliche Telefonleitungen unterbrochen. Entwurzelte Bäume blockierten die wichtigste Autobahn und losgelöste, unbemannte Boote trieben im Hafen umher.

Tödliche Fluten
Extreme Windgeschwindigkeiten und sintflutartige Regenfälle - diese beiden Faktoren verbinden die meisten Menschen mit tropischen Wirbelstürmen. Doch die zerstörerischsten und tödlichsten Komponenten eines Hurrikans sind nicht sie sondern die begleitenden Sturmfluten. Die Fluten branden bis weit ins Landesinnere hinein, überfluten ganze Landstriche und unterspülen die Fundamente von Häusern. Die tosenden Wassermassen reißen Strände mit sich und verwüsten die Küstenlinie inklusive ihrer Infrastruktur.

 Sturmflut während eines Hurrikans
Sturmflut während eines Hurrikans
© hurricane hunters
Die Sturmfluten haben ihren Ursprung im Auge des Hurrikans. Hier saugt der geringe Luftdruck das Wasser wie mit einem Strohhalm an. Die hohen Windgeschwindigkeiten um das Auge des Hurrikans verstärken zusätzlich das Auftürmen der Wassermassen. Es entstehen Wasserkuppen, die in flachen Küstengewässern bis zu sechs Meter Höhe erreichen. Von der Küste entfernt und über großen Meerestiefen hat das Wasser noch die Möglichkeit nach unten hin wegzufließen, die Flutwelle bleibt noch niedrig. Mit Annäherung an die Küste nimmt die Meerestiefe jedoch ab, und das angesaugte, überschüssige Wasser hat keine Ausweichmöglichkeit mehr. Als Folge ergießen sich ungeheure Wassermengen aus einer 80 bis 160 Kilometer breiten Meerwasser-Kuppel über Küstengebiete und überfluten Strände. Aufgepeitschte Wellen krachen an die Küsten. Brecher von 18 Metern Höhe sind dabei keine Seltenheit.

Die Sturmflut erreicht die Küste früher als der eigentliche Hurrikan: Bei Hurrikans der Kategorie 2 sind Überschwemmungen bereits zwei bis vier Stunden vor Eintreffen des Hurrikanzentrums möglich. Drei bis fünf Stunden sind es sogar bei Wirbelstürmen ab der Kategorie 3.

...und die Folgen
Die betroffenen Gebiete werden häufig von der Außenwelt abgeschnitten, da die Wassermassen Straßen unterspülen, Brücken einreißen und so den Verkehr auch nach Abflauen des Sturms noch lahm legen. Überschwemmungen verursachen Ausfälle bei der Trinkwasserversorgung, was - paradoxerweise - zu Trinkwassermangel in der Region führt. Enorme Verluste muss auch die Wirtschaft hinnehmen, vor allem in Form von zerstörter Infrastruktur, Gebäuden sowie vernichteten Ernten oder gelagerte Güter.

Zerstörungen nach Hurrikan Andrew 
Zerstörungen nach Hurrikan Andrew
© NOAA
Weitere Naturkatastrophen wie Erdrutsche sind nicht selten die Folge. Durch anhaltende Regenfälle während des Hurrikans Mitch (1998) löste sich ein Hang des Vulkans Casitas in Nicaragua. Schlammströme und Rutschungen verschütteten dabei zwei Städte mit über 2.000 Menschen. Ein Viertel aller Hurrikans ist zudem auch Auslöser für Tornados. Sie entstehen während sich der tropische Wirbelsturm über dem Festland auflöst um dann im Landesinneren weiter zu wüten. Auch durch dieses letzte Aufbäumen des Wirbelsturms können noch ganze Häuser in ihre Einzelteile zerlegt und Autos wie Spielzeug durch die Luft gewirbelt werden.

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