Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Flüchtiges Produkt aus Kohlenstoff und Wasserstoff
Was ist Methan?

Kohlenstoff und Wasserstoff - mehr ist es nicht, was man braucht, um Methan herzustellen. CH4 ist die chemische Formel für diese einfachste aller Kohlenwasserstoffverbindungen.

Holz, Gras, Klärschlamm oder andere organische Materialien sind die Ausgangsstoffe für die Methanproduktion. Die eigentliche „Arbeit“ und damit die Erzeugung des Gases übernehmen verschiedene Mikroben. Immer dann, wenn kein Sauerstoff vorhanden ist, zersetzen sie zunächst das organische Material in seine Grundbausteine. Dabei entstehen auch Kohlendioxid und Wasserstoff.

Nun werfen spezielle methanogene Bakterien ihren Motor an und machen aus CO2 und Wasserstoff Methan. Auch für die Mikroben lohnt sich diese Tätigkeit, liefert die Reaktion doch die benötigte Energie für ihren Zellstoffwechsel.

Durch Winde und globale Luftströmungen wird das Gas, unabhängig vom Produktionsort gleichmäßig über die ganze Welt verteilt.

Das in die Atmosphäre abgegebene Methan wird auf natürlichem Weg nur langsam wieder abgebaut. Verantwortlich für die „Entsorgung“ des Methans – und anderer Treibhausgase - ist vor allem das seltene Hydroxyl-Radikal OH. Es wird deshalb auch als „Waschmittel der Atmosphäre“ bezeichnet. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es durchschnittlich mehr als acht Jahre dauert, bis die Reaktion OH + CH4 ==> CH3 + H20 abgelaufen ist.

Doch auch Mikroben sind nicht nur Methanerzeuger, es gibt auch Bakterienarten, die das Treibhausgas vernichten. An Land übernehmen Mikroorganismen wie Pseudomonia methanica diesen „Job“. Auf aerobem Weg – also mithilfe von Sauerstoff – verarbeiten sie CH4 zu Kohlendioxid und Wasser.

Im Schwarzen Meer haben Forscher vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie und von der Universität Hamburg im Jahr 2002 zudem gewaltige bis zu vier Meter hohe Riffe aus Methan-fressenden Mikroorganismen entdeckt. Sie benötigen für eine ähnliche Tätigkeit anstelle von Sauerstoff allerdings Sulfat. Aus CH4 + SO42- machen die Winzlinge H2S + CO2. Die riesigen Matten aus Archaea und Sulfat-reduzierenden Bakterien unter Wasser sorgen so dafür, dass das beim Verrotten von organischem Material entstehende Methan nicht aus dem Meer in die Atmosphäre gelangt und den Treibhauseffekt und damit die globale Erwärmung zusätzlich ankurbelt.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Klimakiller Methan
Landwirtschaft als Treibhausgas-Schleuder?
Zwischen Alarm und Entwarnung
Klettert der Methanpegel weiter?
Flüchtiges Produkt aus Kohlenstoff und Wasserstoff
Was ist Methan?
Kühe als Umweltverpester
Gefährliche Viehhaltung
Gefährliche Symbiose zwischen Rind und Mikrobe
Methan aus Wiederkäuermägen
Wie Kängurus das Weltklima retten können...
Methoden zur Methanreduzierung
Methanschleuder oder Nahrungsquelle?
Die Crux des Reisanbaus
Wasser ist der Schlüssel...
Wie kann man die Methanemissionen der Reisefelder senken?
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen