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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Der Methanpegel der Atmosphäre ist in den letzten 200 Jahren immer weiter angestiegen. 1751 ppb (parts per billion) und damit rund zweieinhalb mal so viel wie noch vor der industriellen Revolution im Jahr 1750 sind es heute.


  • Während in Klimaschutzdiskussionen meist das CO2 als Sündenbock für den anthropogenen Treibhauseffekt genannt wird, wird die Rolle des Methan bei der globalen Erwärmung heute noch oft unterschätzt. Klimaexperten gehen davon aus, dass Methan mittlerweile für rund ein Fünftel des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes verantwortlich ist.


  • Nur etwa ein Drittel der Emissionen stammt nach Schätzungen der Forscher aus natürlichen Quellen wie Feuchtgebieten, Sümpfen oder dem tropischen Regenwald. Der verbleibende Rest von knapp 70 Prozent ist dagegen auf menschliche Einflüsse zurückzuführen.


  • Zu den wichtigsten Methanquellen gehören dabei die Nutzung fossiler Brennstoffe, Brandrodungen im tropischen Regenwald oder Hausmülldeponien. Großen Anteil an der jährlichen Methanproduktion von mehr rund 535 Millionen Tonnen hat aber vor allem die Landwirtschaft. So steuern Reisfelder und die Viehhaltung jeweils ein Fünftel zu diesen Treibhausgasemissionen bei.


  • Holz, Gras, Klärschlamm oder andere organische Materialien sind die Ausgangsstoffe für die Methanproduktion. Die eigentliche „Arbeit“ und damit die Erzeugung des Gases übernehmen Bakterien. Auf anaerobem Wege, dass heißt immer dann, wenn kein Sauerstoff vorhanden ist, zersetzen sie das organische Material in seine Grundbausteine. Dabei entsteht auch Methan.


  • Wissenschaftler versuchen seit einiger Zeit die Methanproduktion durch die Landwirtschaft mit den verschiedensten Mitteln in den Griff zu bekommen. Dabei experimentieren sie unter anderem mit Impfstoffen und natürlichen Pflanzeninhaltsstoffen, um bei Kühen und Schafen den Gasausstoß zu reduzieren.


  • Die Methanemissionen aus Reisfeldern können nach den Ergebnissen der Forscher vor allem durch kurzzeitige Trockenlegungen während der Wachstumsperiode verringert werden.


  • Auch wenn der Methanpegel in der Atmosphäre zwischen 1998 und 2002 erstmals seit 200 Jahren nicht mehr weiter angestiegen ist, geben die Forscher noch keine Entwarnung.


  • Ständig wachsende Reisanbauflächen, die immer stärkere Nutzung von fossilen Brennstoffen durch China und andere Boomländer, aber auch Brandrodungen oder mögliche Methangaseruptionen aus dem Meer in Folge der globalen Erwärmung könnten die Konzentration des gefährlichen Treibhausgases in Zukunft wieder ansteigen lassen.

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