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Freitag, 10.02.2012
Von Machern, Sammlern und Steinen
Kurioses aus der Regenwelt

Steinalte Tropfen
Den bislang ältesten direkten Hinweis auf Regen fanden Geologen im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh. Sie entdeckten dort die mindestens 1.600 Millionen Jahre alten versteinerten Abdrücke von Regentropfen. Die kleinen Einschlaglöcher haben einen Durchmesser von drei bis fünf Millimetern und befinden sich auf der Oberfläche von freigelegten Sandsteinformationen. Aus der elliptischen Form der Krater schließen die Wissenschaftler, dass der Niederschlag vertikal oder in einem leichten Winkel auf die Erde gefallen sein muss.

Städte als Regenmaschinen
 Bewölkung über einer Großstadt
Bewölkung über einer Großstadt
© NOAA
Das der Mensch aktiv Einfluss auf das Klima nimmt, ist inzwischen unbestritten. Kaum bekannt jedoch ist, dass große Städte die Bildung von Niederschlägen begünstigen. Denn die versiegelte Fläche heizt sich schneller und stärker auf als die natürliche Landschaft. Als Folge dieser künstlichen Wärmeinsel steigt die angeheizte Luft über den Metropolen verstärkt nach oben. Durch die Ansammlung vieler Hochhäuser wird dieser Kamineffekt sogar noch verstärkt. Sobald die Luft an der Stratosphäre abkühlt, kann sie ihre gesammelte Feuchtigkeit nicht mehr halten. Der Wasserdampf kondensiert an den reichhaltig vorhandenen Ruß- und Staubteilchen und es regnet.

Tierischer Luftbrunnen
Viele Tier- und Pflanzenarten haben sich im Laufe der Evolution an das häufig unzureichende Wasserangebot angepasst. Ein wahrer Künstler im Sammeln von Wasserdampf ist zum Beispiel der Schwarzkäfer in der Namib-Wüste. Zum direkten Niederschlag kommt es in dieser Trockenregion äußerst selten. Der Käfer macht sich deshalb den vom Atlantik heranziehenden Nebel zu Nutze. Er reckt hierzu seinen Hinterleib hoch und sammelt mit seinem Körper das kostbare Nass. Denn auf seinem kühlen Rücken kondensiert und verfängt sich die Luftfeuchtigkeit. Anschließend braucht der Käfer die Tropfen nur noch aufzusammeln. In anderen Trockenregionen wie der Atacama-Wüste macht sich sogar der Mensch diese Erfahrung zu Nutze. Er stellt riesige Netze auf, an denen sich der Nebel verfängt. Vor allem in Küstenwüsten lässt sich so auch ohne Regen reinstes Trinkwasser gewinnen.

Kraft des Wassers
 
"Einschlag" eines Regentropfens
© USDA
Regen hat je nach Geschwindigkeit und Bodenbeschaffenheit auch eine landschaftsformende Wirkung. Jeder hat sicher schon einmal von der Erde hochspritzende Regentropfen beobachtet. Diese schleudern durch die Wucht ihres Aufpralls feinste Bodenteilchen bis zu 1,5 Meter nach oben. Die damit verbundene Erosion macht sich nicht nur in einem dreckigen Hosensaum beim Regenspaziergang bemerkbar, sondern bereitet insbesondere der Landwirtschaft immer wieder Probleme.

Regen auf Bestellung
Der Menschheitstraum von der Beeinflussung des Wetters ist zumindest in Teilen bereits in Erfüllung gegangen. Denn bereits seit fünfzig Jahren müssen sich moderne Regenmacher nicht mehr nur auf Regentänze verlassen, sondern bringen Wolken künstlich zum Abregnen. Allein in den USA gibt es über fünfzehn Firmen, die Regen auf Bestellung liefern. Die Idee dahinter ist eigentlich einfach: Für den Regen sind neben genügend Feuchtigkeit und Kälte vor allem Gefrierkerne nötig. Wenn nun die eigentlich noch nicht regenfähigen Wolken zusätzlich mit künstlichen Partikeln „geimpft“ werden, kann der Wasserdampf schneller kondensieren und zu genügend großen Tropfen heranwachsen. Es regnet.

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