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Freitag, 10.02.2012
Ein Zeiger für die inneren Werte...
Symmetrie als Gesundheitszertifikat

In der Partnerwahl entscheidet offenbar vor allem die sichtbare Symmetrie über Erfolg oder Misserfolg: Skorpionsfliegenweibchen wählen die Männchen mit den symmetrischen Flügeln, Pfauenhennen die Hähne mit dem symmetrischsten und größten Rad und auch der Mensch bevorzugt Partner mit symmetrischen Gesichtern. Doch die äußere Gestalt ist dabei keineswegs Selbstzweck.

Radschlagender Pfau 
Radschlagender Pfau
© IMSI MasterClips
Nach Ansicht von Biologen erfüllt sie eine wichtige Aufgabe in der Evolution: Sie dient als Anzeiger für die inneren Werte. Dabei sind allerdings weniger moralische oder intellektuelle Fähigkeiten gemeint, als vielmehr die genetische Ausstattung und Fitness des jeweiligen Organismus. Die symmetrische Gestalt eines Tieres, auch des Menschen, bildet sich im Laufe seiner Embryonalentwicklung heraus. Bestimmte Gene regeln das Wachstum der unterschiedlichen Körperregionen und sind so auch für die Symmetrie des Ganzen verantwortlich.

Wird dieses ausgewogene Wachstum durch Genmutationen, Krankheiten oder Gifte gestört, können Asymmetrien, Unregelmäßigkeiten oder gar Verwachsungen die Folge sein. Jedenfalls dann, wenn körpereigene Reparaturmechanismen nicht rechtzeitig oder nicht effektiv genug eingreifen. Und genau hier liegt die evolutive Bedeutung der Symmetrie: Schafft es ein Tier, die Symmetrie seiner äußeren Gestalt zu erhalten, ist dies tendenziell ein Zeichen dafür, dass es relativ widerstandfähig gegenüber Krankheiten und Mutationen ist. Die Bilateralsymmetrie dient damit gleichsam als "Gesundheitszertifikat".

Auch beim Menschen lässt sich dieser Zusammenhang zumindest tendenziell belegen: Eine Studie aus dem Jahr 1997 deutet an, dass Frauen mit asymmetrischen Brüsten häufiger an Brustkrebs erkranken könnten. Eine andere zeigte, dass auf den Westindischen Inseln Männer mit ausgeprägt symmetrischem Körperbau im Durchschnitt weniger oft krank waren als ihre asymmetrischeren Gegenparts.

Doch damit nicht genug: Untersuchungen belegten, dass eine solche Wderstandfähigkeit offenbar eine genetische Basis hat und daher zumindestens teilweise vererbt werden kann. Für die Evolution bedeutet dies: Wählt ein Weibchen einen symmetrischen - also widerstandfähigen - Partner, ist die Chance groß, dass auch ihre Nachkommen diese genetische "Fitness" erben.

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