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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Kannibalismus - das Fressen von Tieren der eigenen Art - ist sowohl bei Tieren als auch beim Menschen verbreitet. Der Begriff geht auf das spanische Wort "Canibales" zurück, mit der die frühen Seefahrer um Christoph Kolumbus die Ureinwohner auf den westindischen Inseln bezeichneten.


  • Auch heute noch gibt es Kannibalismus unter Menschen, etwa bei einigen Indianerstämme im tropischen Regenwald. Das Verspeisen von Menschen hat dabei weniger eine Bedeutung als Nahrung – vielmehr stehen religiöse Aspekte im Vordergrund.


  • Aber auch extreme Bedingungen können Kannibalismus entstehen lassen. So wurden etwa im Zuge der Eroberung des amerikanischen Westens und während der beiden Weltkriege aus Nahrungsknappheit Menschen von Menschen gegessen...


  • Im Tierreich ist Kannibalismus stärker verbreitet als zunächst angenommen. Entsetzt musste die Ethologin Jane Goodall mit ansehen, wie ein Schimpansenweibchen rangniedere Schimpansenmütter überfiel, deren Kinder raubte und anschließend verspeiste.


  • Kannibalismus im Tierreich sichert vor allem das eigene Überleben. So nehmen die Angriffe von Kaulquappen auf Artgenossen um so mehr zu, je stärker die Konkurrenz im nährstoffarmen Wasser ist.


  • Männliche Löwen, die gerade ein neues Rudel „erobert“ haben, töten zunächst alle Jungtiere. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Weibchen möglichst bald wieder paarungsbereit sind.


  • Geschwistermord, wie er beispielsweise bei Haien und einigen Greifvogelarten vorkommt, erhöhen die Überlebenschancen des kräftigeren siegreichen Jungtiers.


  • Gottesanbeterinnen und Schwarze Witwen fressen das Männchen nach erfolgreicher Begattung auf. Das hat zwei gute Gründe. Dem Nachwuchs kommt auf diese Weise noch eine nahrhafte Mahlzeit zugute und zudem wird so ein Nahrungskonkurrent im Territorium ausgeschaltet.


  • In Hungerzeiten töten Wölfe sämtlichen Nachwuchs außer dem des ranghöchsten Weibchens. So ist gewährleistet, dass genug Milch zum Säugen der übrig gebliebenen Jungen vorhanden ist.


  • "Überbevölkerung", Beschäftigungsmangel und Stress in engen Käfigen können bei Hühnern dazu führen, dass sich die Tiere gegenseitig Körperteile zerbeißen oder ihren Artgenossen großflächige Wunden zufügen.


  • Auch BSE ist eine Folge eines – allerdings unfreiwilligen – Kannibalismus. Rinder, die ihre zu Tiermehl verarbeiteten Artgenossen fressen, können sich auf diesem Weg mit den Erregern der Krankheit anstecken.

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