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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Unter dem Begriff „CO2-Sequestrierung“ werden verschiedene Verfahren und Bestrebungen zusammengefasst, mit denen das Treibhausgas CO2 zunächst aus den fossilen Brennstoffen oder aber den Emissionen abgetrennt wird und anschließend im Untergrund gelagert.


  • Als mögliche CO2-Speicher kommen zum einen geologische Formationen in Frage, wie Erdöl- oder Erdgaslagerstätten, Kohleflöze oder Aquifere. Aber auch eine Lagerung in der Tiefsee wird diskutiert.


  • Saline Aquifere gelten als besonders vielversprechend, den sie besitzen nach Ansicht von Experten von allen unterirdischen Speichern das größte Potenzial. Der IPCC schätzt die globale Kapazität auf bis zu 1.000 Gigatonnen Kohlenstoff, in Deutschland 23 bis 43 Milliarden Tonnen CO2 in solchen salzigen Grundwasserleitern eingelagert werden.


  • Seit 1996 läuft auf der Gasförderplattform Sleipner in der norwegischen See ein weltweit erstes kommerzielle Pilotprojekt, bei dem das Kohlendioxid vom Erdgas abgetrennt, verflüssigt und anschließend mithilfe einer Pipeline in eine salines Aquifer unter dem Meeresboden gepumpt wird.


  • Als besonders geeignet für eine langfristige CO2-Lagerung gelten Erdgasfelder, denn sie haben ihre Gasdichtigkeit bereits über Jahrmillionen unter Beweis gestellt. Weltweit umfassen die Kapazitäten solcher Lager rund 400 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, in Deutschland sind es rund 2,5 Milliarden Tonnen.


  • Auch stillgelegte Kohlenbergwerke und Kohlenflöze unterhalb von 1.500 Metern Tiefe könnten überschüssiges Kohlendioxid aufnehmen. Erstere gelten aber als zu unsicher. Insbesondere in den USA wird ihre Eignung von tiefen Kohleflözen als CO2-Lager dagegen bereits intensiv erforscht.


  • Eher umstritten ist die direkte Injektion von flüssigem Kohlendioxid in die tiefen Wasserschichten der Ozeane. Die ökologischen Folgen einer solchen Einleitung, aber auch die Verweildauer sind bisher kaum erforscht.


  • Eine Anregung des Algenwachstums und damit der photosynthetischen CO2-Bindung durch eine Eisendüngung der bestimmter Ozeangebiete wurde bereits in einigen Versuchen getestet. Effektivität und mögliche Folgen dieses Verfahrens sind aber ebenfalls umstritten.


  • Fast in allen Industrieländern der Erde boomt die Erforschung der CO2-Sequestrierung. Die EU hat ihren bisherigen Forschungsetat für diesen Bereich von 30 auf 200 Millionen Euro aufgestockt, in den USA existiert bereits seit 1997 ein umfangreiches Forschungsprogramm. Auch in Deutschland laufen im Rahmen des Programms GEOTECHNOLOGIEN bereits einige Forschungsprojekte.


  • Forscher kommen zu dem Schluss, dass die CO2-Sequestrierung nur dann Marktchancen hat, wenn die Effizienzverluste durch die Abscheidung unter 20 Prozent liegen und die Zusatzkosten für Abtrennung, Transport und Lagerung des Kohlendioxids 20 bis 25 Prozent nicht übersteigen.

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