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Die Idee einer „Endlagerung“ des Kohlendioxids irgendwo in der Tiefe klingt verlockend – vor allem für Vertreter der konventionellen Energiewirtschaft: Denn praktischerweise könnte dabei in der Energieproduktion zunächst erstmal „Alles beim Alten“ bleiben. Die Industrie kann weiterhin beruhigt Kohle, Öl oder Gas nutzen und damit die althergebrachten Technologien und Verfahren nutzen. Einziger Unterschied: Das CO2 verschwindet hinterher nicht durch den Schornstein, sondern wandert über Pipelines oder spezielle Behälter in die Speicherorte im Untergrund oder wird über Schiffe im Ozean „verklappt“. Hier bleibt es dann für Jahrhunderte oder Jahrtausende gespeichert und ist damit „aus dem Weg“.
 | | Ölpumpen in den USA © IMSI MasterClips | Eine vermeintlich bequeme Lösung. Und nicht ganz zufällig gelten gerade die notorisch klimaschutzfaulen USA als Vorreiter in Sachen CO2-Sequestrierung: Das amerikanische Energieministerium hat bereits 1997 ein umfangreiches Forschungsprogramm zur CO2-Sequestrierung begonnen. Ziel ist es, bis 2012 „kommerziell einsetzbare Technologien zu entwickeln, mit denen Kohlendioxid abgeschieden und gespeichert werden kann, die die Gesundheit von Mensch und Ökosystemen schützen und die Energiepreise um nicht mehr als zehn Prozent ansteigen lässt.“ Spätestens im Jahr 2009 soll der erste Großversuch der Lagerung von Kohlendioxid in einer geologischen Formation starten.
Und nicht nur in den USA, auch im „alten Europa“ werden mittlerweile vermehrt Anstrengungen unternommen, um Möglichkeiten und Verfahren der CO2-Abtrennung und -Lagerung im Untergrund zu erforschen. Die EU hat kürzlich beschlossen, ihren bisherigen Forschungsetat für diesen Bereich von 30 auf 200 Millionen Euro aufzustocken, und im Juni 2003 unterzeichneten die USA, die EU, Russland, Brasilien, Indien und China eine internationale Charta für das „Carbon Sequestration Leadership Forum“, in dem sie sich zu verstärkter Forschung verpflichten.
Auch in Deutschland untersuchen Wissenschaftler bereits Speichermöglichkeiten für CO2 in verschiedenen Untergrundgesteinen und arbeiten daran, neue Technologien für die Abtrennung und die Injektion des Kohlendioxids zu entwickeln. Vor allem das Forschungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN mit seinem Themenschwerpunkt „Erkundung, Nutzen und Schutz des unterirdischen Raumes“ bildet hier eine Plattform zur Bündelung der verschiedensten Forschungsaktivitäten.
Doch die Begeisterung für die neue „Patentlösung“ in Sachen Klimaschutz wird bei weitem nicht von allen Experten geteilt. Um einen nennenswerten Effekt auf die Treibhausgaskonzentrationen der Atmosphäre zu haben, müsste die Sequestrierung für mindestens die Hälfte der nötigen Reduktionen sorgen, schätzt das US-Energieministerium. Doch ob das technisch und wirtschaftlich überhaupt erreichbar wäre, ist umstritten. So geht das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in seinem Weltklimabericht von 2001 zwar auf Techniken und Potenzial der CO2-Sequestrierung ein, bewertet ihren Beitrag zur Erreichung einer Treibhausgasreduktion aber höchst unterschiedlich. Die Werte in den verschiedenen Szenarien variieren dabei zwischen Null und gerade einmal 23 Prozent...
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