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Donnerstag, 09.02.2012
Von Schwertransporten und Bodenhaftung
Ameisen als Lastenschlepper

Blattschneiderameise auf Nahrungssuche 
Blattschneiderameise auf Nahrungssuche
© ARS/USDA
„Schwertransporte“ sind auf den Autobahnen und Schnellstraßen in Deutschland oder anderswo noch immer die Ausnahme. Anders sieht dies jedoch auf den Ameisenstraßen aus, da gehören sie zur Normalität, sind tägliche Routine. Egal, ob die Sammlerinnen Nestbaumaterial oder Nahrung für die Kolonie anliefern: Die herbei geschleppten Materialien wie Kiefernadeln oder Insekten übertreffen die Größe der Insekten zum Teil um ein Vielfaches.

Wissenschaftler haben errechnet, dass die Tiere Lasten schleppen können, die bis zu 40 mal so viel wiegen wie sie selbst. Zum Vergleich: Wollte ein Mensch eine ähnliche Leistung vollbringen, müsste er bei einem Körpergewicht von 100 Kilogramm vier Tonnen an Gewicht schultern – das entspricht in etwa vier Kleinwagen der Marken Corsa oder Fiesta.

Das harte Skelett der Tiere, eine perfekt ausgebildete und proportionierte Muskulatur und vor allem eine optimale Lastenverteilung sind dafür verantwortlich, dass sich die Ameisen zu Transportkünstlern im Tierreich entwickelt haben, so die Forscher. Und wenn das alles nicht mehr ausreicht, kann man ja auch noch Hilfe holen. Durch Betasten anderer Ameisen mit den Fühlern oder das Legen einer Duftspur wird die Information weitergegeben. Schon bald arbeitet dann ein ganzes Ameisen-Team daran, das Baumaterial oder die Nahrung zum Nest zu bugsieren...

Das Problem mit der Bodenhaftung
 Weberameise
Weberameise
© Thomas Endlein / Universität Würzburg
Während menschliche Schwerkraftathleten nicht selten die Bodenhaftung verlieren, wenn sie berühmt werden, ist dies zumindest bei manchen Ameisen ganz anders. Die Weberameise Oecophylla smaragdina ist ein gutes Beispiel dafür. Das gerade mal fünf Milligramm schwere Insekt kann ein Rekordgewicht von 500 Milligramm zwischen den Kiefern tragen. Doch das ist noch nicht alles: Sie hängt dabei im Extremfall auch noch kopfüber an einer glatten Oberfläche ohne abzustürzen. Herausgefunden hat dies Thomas Endlein vom Biozentrum der Universität Würzburg, dem Mekka der Ameisenforschung in Deutschland.

Wie aber schaffen es die Insekten nicht die Bodenhaftung zu verlieren? Spezielle Organe an den Füßen in Kombination mit einem extra dafür produzierten Sekret sorgen dafür, dass die Ameisen selbst unter extremsten Belastungen „an der Decke kleben bleiben“. „Das funktioniert so ähnlich, wie wenn man zwei Glasplatten aneinander presst, zwischen denen sich ein dünner Flüssigkeitsfilm befindet“, erklärt der Biologe Endlein das Prinzip. In freier Wildbahn benötigen die Weberameisen diese Fähigkeit, um in mühsamer Teamarbeit Blätter für ein Baumnest zusammenzunähen.

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