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Mittwoch, 08.02.2012
Riesenameisen und Riesenkolonien
Zwischen Realität und Fiktion

Die USA im Jahr 1954: Riesige Ameisen sorgen im Bundesstaat New Mexico im Süden des Landes für Aufsehen. Sie überfallen in der Wüste Menschen und pumpen sie bis zum Rand voll mit Ameisensäure. LKW-groß, tonnenschwer und gefräßig plündern sie zudem die Landschaft und entwickeln sich schnell zu einer potenziellen Bedrohung für die ganze Region und später die ganze Welt. Eilig herbeizitierte Forscher und FBI-Experten finden schnell heraus, dass ein Atombombenversuch daran schuld ist, dass ein Ameisenvolk derartig mutieren konnte...

Sklavenameise Formica selysi 
Sklavenameise Formica selysi
© Joachim Langstein
Auch wenn die heutigen Ameisen nicht auch nur annähernd die Größe erreichen wie in dem oft kopierten Monsterfilm „Formicula“ von Gordon Douglas, machen sie zusammen mit den Termiten, den so genannten weißen Ameisen, doch einen großen Teil der Biomasse auf unserem Planeten aus. Rund ein Viertel des tierischen Materials der Erde , so die Wissenschaftler, geht heute auf diese beiden Tiergruppen zurück.

Das liegt in erster Linie an der gewaltigen Individuenzahl, die die einzelnen Kolonien dieser sozialen Insekten besiedeln. Schon im Nest der heimischen Roten Waldameise tummeln sich 100.000 oder mehr Einwohner und bei den südamerikanischen Blattschneiderameisen bestehen die Staaten sogar aus vielen Millionen Tieren.

Superkolonie mit Millionen von Nestern
Verglichen mit der größten Ameisenkolonie der Welt ist jedoch selbst dies noch ein Klacks. Diese haben vor einigen Jahren Wissenschaftler in Südeuropa entdeckt. Wie an einer gigantischen Perlschnur aufgereiht gehören dazu Millionen von Nestern. Das ganze Gebilde verteilt sich mittlerweile über tausende von Kilometern und reicht von der Adria in Italien über Frankreich bis nach Spanien.

Doch nicht nur die Größe der Kolonie versetzt die Forscher in Erstaunen, auch die Entstehung des Milliarden Individuen zählenden Superorganismus gibt ihnen noch immer Rätsel auf. Die in den Nestern lebende einzige Art, die Argentinische Ameise, ist erst vor rund 80 Jahren aus Südamerika nach Europa eingeschleppt worden. Sie hatte deshalb eigentlich viel zu wenig Zeit, um sich so schnell zu vermehren und ein derart komplexes Netzwerk an Bauten anzulegen. Die Insektenforscher vermuten aber, dass die enorme Kooperationsbereitschaft der Ameisen entscheidend zum rapiden Wachstum der Kolonie beigetragen hat.

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