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Donnerstag, 09.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Ameisen gibt es seit der Kreidezeit vor etwa 130 Millionen Jahren auf der Erde. Wissenschaftler, vermuten, dass heute rund 15.000 verschiedene Arten Blauen Planeten bevölkern, davon leben alleine mehr als 120 Spezies in Deutschland. Zu den bekanntesten heimischen Arten gehören die Rote Waldameise oder die Schwarze Wegameise.

  • Im Ameisenstaat, zu dem unter Umständen mehrere Millionen Individuen gehören können, herrscht strikte Arbeitsteilung. Dabei gibt es fast so viele „soziale Gruppen“ wie im Kastensystem Indiens.

  • Die Königinnen sind in erster Linie für die Fortpflanzung zuständig und legen große Mengen an Eiern. Ein Teil der sich daraus entwickelnden viel kleineren meist flügellosen Arbeiterinnen sammelt Baumaterialien, andere gehen auf Nahrungssuche oder bewachen als Soldaten die Eingänge in den Ameisenbau und bekämpfen Eindringlinge.


  • Männer spielen in diesem System selten eine wichtige Rolle. Nur wenn es im Sommer um die Fortpflanzung geht, erscheinen sie als beflügelte Drohnen „auf der Bildfläche“. Zusammen mit den Königinnen machen sie sich dann auf zum Hochzeitsflug. Doch sobald sie ihre Begattungspflicht erfüllt haben, sterben sie wieder ab.


  • Vor einigen Jahren haben Forscher in Südeuropa die größte zusammenhängende Ameisenkolonie der Welt entdeckt. Sie erstreckt sich über viele tausend Kilometer und zu ihr gehören Millionen von Nester mit Milliarden von Argentinischen Ameisen.


  • Das ganze Leben in einem Ameisenstaat läuft völlig geregelt und ohne größere Zwischenfälle ab, ohne dass eine übergeordnete Instanz die verschiedenen Aktivitäten koordiniert oder dirigiert. Durch die Interaktion zwischen den einzelnen Individuen und die zahlreichen einfachen Handlungen, die die Tiere ausführen, können sie selbst komplexe Probleme wie den Nestbau oder die Brutpflege lösen.


  • Diese besondere Art der Intelligenz, die von Forschern auch als Schwarmintelligenz bezeichnet wird, gibt es nicht nur bei Ameisen sondern auch bei Termiten, Bienen, Wespen oder Hummeln. Sie werden deshalb von den Wissenschaftlern auch als soziale Insekten bezeichnet.


  • Ameisen leben in einer Geruchswelt. Die Kommunikation mit Art- und Nestgenossen, aber auch die Aufnahme von Informationen aus der Umwelt erfolgt vor allem über chemische Signale. Um die Duftreize aufnehmen zu können, sind auf den Antennen der Tiere zahlreiche Rezeptoren zu finden, die selbst feinste Spuren von Gerüchen noch wahrnehmen können.


  • Ameisen legen Straßen an, die sie mithilfe von verschiedenen Duftstoffen markieren. Diese werden von den Artgenossen erkannt und im Handumdrehen wird aus einem „Feldweg“ eine viel „befahrene Ameisenautobahn“ auf der beispielsweise Nahrung oder Baumaterial zur Kolonie transportiert wird.


  • Wissenschaftler haben entdeckt, dass bei Ernteameisen sogar jedes einzelne Nest über ein individuelles Parfum verfügt. Mit diesem werden die eigenen Ameisenstraßen „eingesprüht“ und können so jederzeit aus dem Gewirr von „Verkehrswegen“ wieder erkannt werden.


  • Längst nicht alle Ameisen bauen ihre Nester wie die Rote Waldameise am und im Boden. Einige Arten leben beispielsweise auch in speziellen Höhlen und Röhren von Pflanzen. Wieder andere wie die Weberameisen sind bekannt für ihre großen Blattnester in Bäumen, wobei die Kolonie häufig in mehrere „Filialen“ unterteilt sein kann.


  • Symbiosen spielen im Leben vieler Ameisen eine wichtige Rolle. Manche Arten haben in besonderen Hohlräumen von Pflanzen und Bäumen sicheren Schutz gefunden, die sie als Gegenleistung von lästigen Plagegeistern wie Blattschädlingen oder Pilzen befreien.


  • Andere Ameisen leben in einer Partnerschaft mit Blattläusen. Die Blattläuse liefern den bei vielen Ameisen als Nahrung begehrten Honigtau, im Gegenzug dürfen die Blattläuse bei ihnen im Bau überwintern und werden von den Ameisen von Futterplatz zu Futterplatz getragen.

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