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Freitag, 10.02.2012
Strände vor dem Ende?
Erosion bedroht Badeparadiese

Strand in der Karibik 
Strand in der Karibik
© Aztech
Rund 80 Prozent aller Strände weltweit – so haben Forscher herausgefunden – sind von Erosionsvorgängen und damit verbundenen Strand- und Landverlusten bedroht. So schrumpft die Insel Sylt jährlich um nahezu 17.000 Quadratmeter Land und auch bei Hörnum kann eine einzige Sturmflut die Dünenlandschaft um mehrere Meter abtragen. An den schlammigen und sandigen Küsten Chinas gehen sogar Jahr für Jahr Küstenstreifen in einer Breite von bis zu 85 Metern verloren.

Zu den im Moment am meisten gefährdeten Gebieten gehören jedoch die zum Teil gigantischen Flussdeltas an Indus oder Mississippi. Dort zerrt das Meer besonders erfolgreich an den zumeist flachen Küsten und schon ein geringer Meeresspiegelanstieg würde ausreichen, um große Teile dieser Regionen in den Fluten verschwinden zu lassen. Besonders bedroht sind nach Angaben von Wissenschaftlern zurzeit unter anderem das Nil-Delta in Afrika, das Ganges-Delta in Asien und die Regionen an der Amazonas- und Parana/Plata-Mündung in Südamerika.

 Immer weniger Sedimente gelangen in die Meere
Immer weniger Sedimente gelangen in die Meere
© Dietmar Meier
Zu dieser bedrohlichen Situation trägt bei, dass der Transport von Kies, Sand und Mikropartikeln ins Meer an vielen Flüssen in den letzten Jahrzehnten dramatisch abgenommen hat. So trägt der Nil nach Messungen der Forscher heute 95 Prozent weniger Sedimente ins Mittelmeer als noch vor rund 50 Jahren. Nicht ganz so atemberaubend ist die Situation am Mississippi, doch selbst am „Old man river“ haben die Wissenschaftler im selben Zeitraum einen Rückgang des Eintrags um die Hälfte ermittelt.

Ein Spielball des Wetters
Doch nicht nur die „normale“ Erosion, auch die Kapriolen des Wetter können dazu beitragen, reichlich Sand und Kies aus den Badebuchten zu entfernen. So geschehen im Jahr 2001 in Portugal. Regen, Sturm und riesige Brecher hatten dort zunächst wie in jedem Winter große Mengen an Sand von den Stränden „gewaschen“ und in tiefer liegende Meeresregionen transportiert. So weit so gut.

Da aber der Winter in diesem Jahr außergewöhnlich lang anhielt und dann quasi übergangslos in den Hochsommer überging, blieb Wind und Wellen nicht genügend Zeit, den Sand wie sonst üblich wieder auf die Strände zu packen. Viele der Strände entlang der Atlantikküste blieben deshalb erheblich schmaler als sonst, andere ohne schon kleinere, waren bis auf kümmerliche Reste sogar ganz verschwunden.

Auch die massiven Eingriffe des Menschen in den natürlichen Rhythmus der Strände – seien es nun Deiche, Wellenbrecher oder andere Bauwerke - stellen eine Gefahr dar. Meist dazu gedacht, besondere Strandabschnitte zu schützen, erreichen sie häufig eher das Gegenteil. So verhindern sie beispielsweise, dass Wellen und Gezeiten auf natürliche Art und Weise Sand an den Strand transportieren. Auf der Leeseite von ins Meer ragenden Molen werden zudem Strände schnell abgetragen. Die dort angesiedelten Hotels müssen dann oft mühsam und teuer mithilfe von LKWs Sand auf die Strände aufschütten lassen, um die Verluste auszugleichen.

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