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Vor allem sauber muss er sein, der Strand den sich der Urlauber wünscht. Dies haben zumindest mehrere Umfragen von Wissenschaftlern und Reiseveranstaltern ergeben. Und da hat man in den letzten Jahren und Jahrzehnten an den Küsten der EU große Fortschritte gemacht. Das sagt zumindest der jährliche Bericht „Bathing Water Quality of rivers, lakes and coastal waters“ der Europäischen Union.
Jedes Jahr schickt die EU ihre Tester los, um an den Stränden der Mitgliedsländer Proben zu nehmen und das Wasser auf gefährliche Erreger wie E. Coli oder Enterokokken zu untersuchen. Die Bilanz der Prüfer in den letzten zehn Jahren ist erstaunlich: Wurden im Jahr 1994 gerade mal knapp 75 Prozent aller untersuchten Wasserproben in Europa mit dem Gütesiegel sauber oder besonders sauber belegt, so waren es im Jahr 2002 schon rund 96 Prozent.
Fast überall in der EU ist demnach heute das Baden kein Risiko mehr und die Gefahr sich im Wasser anzustecken tendiert gegen null. Dies liegt auch daran, dass die gefährlichen Küstenabschnitte mittlerweile bekannt und mit dem Stempel „Baden verboten“ belegt worden sind. Seit 1994 hat sich der Anteil solcher Strände verfünffacht und beträgt mittlerweile rund ein Prozent.
Tops und Flops
Besonders schlecht schneidet im europäischen Vergleich hinsichtlich der Badewasserqualität Italien ab. Jeder 40. Strandabschnitt im Land von Pizza, Pasta und Papst erfüllt die Kriterien der Wasserprüfer nicht und wurde gesperrt. Vor allem für die Strände von Salerno über Neapel bis in die Region um Caserta ziehen die Tester eine düstere Bilanz: Dort sind allein 80 Strandabschnitte von einem Badeverbot betroffen.
Ganz anders sieht es dagegen an den heimischen Küsten aus. Die EU stellt den deutschen Stränden fast durchweg ein positives Zeugnis aus. Sauber oder supersauber - so lautet in mehr als 97 Prozent aller Fälle die Bilanz der Analysen in 2002.
Die Badewasser-Tester monieren allerdings, dass sich die Qualität der Küstengewässer im Vergleich zu den nahezu makellosen Vorjahreswerten leicht verschlechtert hat. So erfüllen dieses Mal immerhin 2,5 Prozent aller Strände nicht die Richtlinien der EU. 2001 waren es nur 0,7 Prozent. Die Gründe dafür sind allerdings nicht bekannt.
Unangefochtene Spitzenreiter bei den saubersten Stränden Europas bleiben jedoch die Niederlande. An ihren Stränden haben die EU-Kontrolleure in Bezug auf die Wasserqualität überhaupt nichts zu bemängeln und auch Badeverbote mussten in keinem einzigen Fall ausgesprochen werden. Nur knapp dahinter liegen Griechenland und Spanien bei denen immerhin noch 99,9 bzw. 98,3 Prozent aller Proben mit dem Gütesiegel „absolut unbedenklich“ versehen wurden.
Verseuchte Strände in den USA
| |  | Surfer auf Hawaii © Aztech | Während man in der EU fast überall bedenkenlos ein Bad genießen kann, sieht das beispielsweise in den USA ganz anders aus. Dort haben die Strände mitunter ordentlich „Dreck am Stecken“. Nach Angaben des Strandreports des Natural Resources Defense Councils (NRDC) hat sich die Anzahl der Strände, die wegen bakterieller Verunreinigungen geschlossen werden mussten, allein im Jahr 2001 um ein Fünftel erhöht. Insgesamt waren damals 13.410 Küstenabschnitte von Verschmutzungen durch Kläranlagen oder städtische Abflüsse betroffen und wurden mit einem Bann belegt. Im Jahr darauf ging die Zahl zwar leicht zurück, blieb aber immer noch auf dem zweithöchsten Stand aller Zeiten.
"Zu viel Wasser an zu viel Stränden ist immer noch mit zu vielen Abwässern belastet," sagte Nancy Stoner, Direktorin des NRDC's Clean Water Projekts im Jahr 2003. Und weiter: „Millionen von amerikanischen Familien werden um ihren Urlaub betrogen, da sie an ihrem Ferienort nicht ins Wasser gehen können. Noch schlimmer allerdings ist es, dass die Verantwortlichen häufig die Eltern nicht einmal warnen, wenn es für die Kinder gefährlich ist zu baden."
Zu den so genannten „Beach bums“ in den USA an denen keine Wasseruntersuchungen vorgenommen werden oder die Öffenltlichkeit nicht ausreichend informiert wird gehörten im Jahr 2002 unter anderem zwölf Küstenabschnitte auf Hawaii und 19 Strände im US-Bundesstaat New York.
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