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Freitag, 10.02.2012
Bauwerke der Natur und künstliche Badeparadiese
Wie Sandstrände entstehen...

Viel Platz für Strandspaziergänge und zum Baden 
Viel Platz für Strandspaziergänge und zum Baden
© IMSI MasterClips
Strand und Sand gehören für die meisten Menschen so unabdingbar zusammen wie Eis und Schnee oder Erich Honecker und die DDR. Zu den bei Touristen beliebtesten Sandstränden gehören neben den palmengesäumten Karibikbadeparadiesen auch kilometerlange breite Küstenstreifen wie in Dänemark oder auf Fuerteventura. Hier kann man nicht nur Baden oder Surfen, sondern auch stundenlang am Meer entlang spazieren gehen, Steine sammeln oder ungestört Frisbee oder Beachvolleyball spielen.

Doch wie entstehen solche ausgedehnten Sandstrände, die womöglich auch noch von Dünen begleitet sind? Zumindest zwei Bedingungen müssen dafür an Küsten erfüllt sein: eine ausreichende Sandzufuhr und weiches Gestein am Ufer.

Quellen für den Sand, der sich im Laufe der Zeit an den Küsten der Meere ablagert hat, gibt es viele. Da sind zum einen die Flüsse, die große Mengen an Sedimenten aus der Verwitterung der Gesteine in die Ozeane tragen und so für dauernden Nachschub an Sand, aber auch kleineren Partikeln wie Ton oder Schluff liefern.

Ein Beispiel: Allein der „gelbe Fluss“, der Huang He, transportiert jährlich durchschnittlich 1.080 Millionen Tonnen an Sedimenten in das Gelbe Meer – mehr als genug um ein gigantisches Delta zu bilden und die Strände der nähren Umgebung immer wieder mit Sand aufzufüllen. Auch Küstenströmungen und Wellen baggern immer wieder größere Mengen an Sand oder Kies aus tieferen Regionen des Meeres ans Ufer und sorgen so dafür, dass der Strand breiter und länger wird.

Küstengestein verwittert
 Küstengestein wird abgetragen
Küstengestein wird abgetragen
© IMSI MasterClips
Und noch ein weiterer Vorgang kann einen Strand wachsen lassen: Die Verwitterung des Küstengesteins. Wind, Wellen oder Frost können derart heftig an Kliffs und anderen Felsformationen nagen, dass sie mit der Zeit zerkleinert, zermahlen und in Sand zerlegt werden.

So lange durch solche Phänomene mehr Sand in einem Küstenabschnitt abgelagert wird, als Wind, Küstenströmungen oder die Arbeit von Ebbe und Flut abtransportieren, wächst ein Strand. Kehrt sich jedoch dieser Prozess um, werden die Sandstrände – wie in letzter Zeit fast überall auf der Welt beobachtet - immer schmaler und können nach und nach sogar ganz verschwinden.

Doch auch wenn sich ein Strand auf den ersten Blick im Laufe der Jahre kaum zu verändern scheint, wird dort ständig Sand abgetragen und angelagert. Erosion und Ablagerung halten sich dann die Waage.

Vom Sand zur Düne
Ist erst einmal ein derartiger Sandstrand entstanden, lassen, wie beispielsweise in Holland oder Dänemark, auch Dünen nicht mehr lange auf sich warten. Vor allem wenn die Küstenabschnitte flach sind und der Wind vom Meer kommt, werden regelmäßig große Mengen an Sandkörnern aufgewirbelt und in höher gelegene Regionen geweht.

Dünen auf Aruba 
Dünen auf Aruba
© Aztech
An einem Hindernis - sei es nun eine Pflanze oder ein Fels - wird der Wind abgebremst und die Sandkörner lagern sich auf der Wind abgewandten Seite ab. Mit der Zeit entsteht so ein kleiner Sandhaufen, der nach und nach von speziell an diesen Lebensraum angepassten Pflanzen besiedelt und durch die Wurzeln gefestigt wird. Diese „Jungdüne“ wächst immer weiter in die Höhe und in die Breite und kann irgendwann sogar einer Sturmflut trotzen.

Künstliche Strände
Längst nicht alle Traumstrände der Erde sind jedoch auf natürliche Art und Weise entstanden. In vielen Ländern gehört es heute mittlerweile schon zur Normalität, neue Hotels und andere Bettenburgen nicht unbedingt in Küstenabschnitten mit perfekten Sandbedingungen zu bauen. Frei nach dem Motto „Was die Natur nicht geschafft hat, kann der Mensch schon lange“ wird dann eben ein künstlicher Strand angelegt, der die Bedürfnisse der Touristen bis ins Detail erfüllt.

Beispiel Lanzarote: In der Touristenhochburg Playa Blanca gibt es beispielsweise den Strand Playa Flamingo. Dieser wunderschöne feinsandige Küstenabschnitt mitsamt der dazugehörigen Bucht ist vollständig von Menschenhand geschaffen und exklusiv mit bestem Sahara-Sand bestückt worden. Ahnlich ist es bei der Playa Dorada , die von vielen sogar als einer der schönsten Strände der ganzen Insel bezeichnet wird. Auch die vier Strände in Costa Teguise - Playa Bastián, Playa del Jablillo, Playa de las Cucharas, Playa de los Charcos - sind nur wenige Jahre alte und man-made.

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