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Freitag, 10.02.2012
Formel für den perfekten Strand
Forscher untersuchen Küsten mit Fuzzy-Logik

Strandleben 
Strandleben
© Aztech
Für den einen sind es die Malediven, für andere Kailua Beach auf Oahu/Hawaii, Cala Mondragó auf Mallorca oder der Tsambika Strand auf Rhodos – Traumstrände können je nach den persönlichen Vorlieben des Betrachters ein ganz unterschiedliches Aussehen haben. Doch damit ist jetzt Schluss. Wissenschaftler um Professor Allan Williams von der University of Glamorgan in Wales haben im Jahr 2003 eine mathematische Formel vorgestellt, die angeblich die schönsten Strände der Welt ermitteln kann.

„Alle Küsten in England und Wales wurden bisher nur von einem Cambridge Professor untersucht und bewertet – aber Schönheit ist Geschmackssache,“ so Williams. Und weiter: „Wenn Sie als Küstenplaner oder in einer Tourismusbehörde arbeiten, können Sie mit der subjektiven Meinung eines einzelnen nichts anfangen, da benötigen Sie Fakten.“ Und genau für diese Zielgruppe hat Williams die neue Untersuchungsmethode auch entwickelt.

Die auf Fuzzy-Logik basierende Technik entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit von Williams mit Anton Micallef vom Insular Dynamics Centre auf Malta und Professor Aysen Ergin von der Middle East Technical University in Ankara in einem drei Jahre dauernden Projekt. Doch um zum Erfolg zu kommen, war noch viel mehr an Forschungsarbeit nötig.

In Interviews mit mehr als 1.000 Personen aus drei Ländern kristallisierten sich 28 Kriterien heraus, die angeblich einer Küstenlandschaft oder einem Strand Charme und Attraktivität verleihen. Dazu gehörten unter anderem Klippen – je höher, desto besser -, die Farbe des Meerwassers, das Fehlen von Müll oder Lärm oder alte Burgruinen.

Williams und sein Team besuchten dann 60 Strände in Wales, Malta und der Türkei, um sie anhand der 28 Parameter zu bewerten. Das Ergebnis ihrer Inspektion gaben sie in den Compter ein und errechneten mithilfe der mathematischen Formel das jeweilige so genannte „D-rating“ der Strände. Je höher das „D-rating“ – so die Wissenschaftler - desto besser die Qualität des Küstensabschnittes. Das Ergebnis: Cirali in der Türkei, die Dingi Cliffs in Malta und zwei Strände in Pembrokeshire/Wales – Little Haven und Poppit Sands - entpuppten sich als Gewinner des Wettbewerbs.

Nicht besonders begeistert von der neuen Formel zeigte sich Anthony Sage vom Gemeinderat der Region The Havens in dem sich einer der prämierten Strände befindet. „Man braucht keine Formel, um zu erkennen, wie beeindruckend der Strand von Little Haven ist. Da reichen die eigenen Augen,“ so Sage. „Aber wir freuen uns darüber, dass die Formel des Professors zum selben Ergebnis kommt wie wir und uns Topnoten gibt.“

Der Strand-Professor jedoch lässt sich von solchen Aussagen nicht beeindrucken. „Wir haben vor, in nächster Zeit noch weitere Strände mit der neuen Methode zu untersuchen,“ sagte Williams im Interview mit der Zeitung Western Mail. „Die Pilotstudie hat gezeigt, dass wir mit unserer Methode auf einem guten Weg sind. Und den werden wir weiter verfolgen.“

Erste Interessenten für die „Erfindung“ scheinen in der Tat bereits Schlange zu stehen. Unter anderem sollen der WWF und das maltesische Fremdenverkehrsamt Interesse an ähnlichen Studien in Kroatien bzw. auf Gozo gezeigt haben.

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