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Freitag, 10.02.2012
Frischer Sand für die Strände
„Suppleren“ sanieren Küsten

Rund 25 Millionen Euro hat allein das westafrikanische Land Gambia in den letzten Wochen und Monaten ausgegeben, um einige der am meisten von Küstenerosion betroffenen Strände wieder auf Vordermann zu bringen. Ein Großteil des Geldes und eine Million Kubikmeter Sand wurden eingesetzt, um allein den besonders bei Touristen beliebten Strand von Kololi wieder aufzufüllen.

Die Niederlande aus dem All 
Die Niederlande aus dem All
© NASA/GSFC/MODIS
Doch Gambia ist beileibe kein Einzelfall. Einer Vorreiter auch bei dieser Form des Küstenschutzes waren wieder einmal die Niederlande. Bis vor knapp 15 Jahren gingen dort jährlich bis zu 30 Hektar an Dünengebieten und Stränden durch die Kräfte von Wind und Wellen verloren.

Viel zu viel, wie die Politiker zwischen Arnheim und Amsterdam fanden, denn große Teile der Niederlande liegen unterhalb des Meeresspiegels und werden nur Dünen oder Abschlussdeiche wie an der Oosterschelde“ vor Überflutung bewahrt.

Auch hier waren es die „Suppleren“, wie die Sandaufspülungen in der niederländischen Sprache genannt werden, die die Rettung brachten. Jahr für Jahr werden seit 1990 zwischen fünf und sieben Millionen Kubikmeter Sand von Baggerschiffen aus tieferen Bereichen der Nordsee abgesaugt und dann auf die besonders betroffenen Strände gepumpt. Die Verteilung des Sandes und die endgültige Sanierung der Strände übernehmen dann anschließend Wind und Wellen.

Mittlerweile hat diese zugegebenermaßen relativ aufwändige Maßnahme bereits Wirkung gezeigt. Holland wächst wieder – so lautet die Bilanz der rund 15-jährigen Arbeit der Küstenschützer. 250 Hektar Strand und Dünen sind mittlerweile zur Freude von Einwohnern und Touristen wieder hinzu gekommen. Viele Wissenschaftler halten die Sandaufspülungen im Vergleich zu Molen, Buhnen oder Tetrapoden – gigantische Betongebilde, die die Wellen brechen sollen -, für die effektivste, aber auch umweltfreundlichste Lösung.

Die Niederlande als Vorbild
Andere Staaten eifern deshalb dem Vorbild der Niederländer eifrig nach. So werden in Sri Lanka jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Sand an die Strände gebaggert, um sie für den Tourismus attraktiv zu halten. Und auch an deutschen Küsten ist diese Maßnahme mittlerweile Gang und Gäbe. So gibt allein Sylt jährlich rund drei bis vier Millionen Euro für Sandvorspülungen aus, um die Schäden durch Sturmfluten oder Wind nach jedem Winter zu beseitigen.

Im Gegensatz zu allen anderen Nordfriesischen Inseln ist das beliebte Urlaubsziel nicht von schützenden Sandbänken umgeben, die verhindern, dass die Wellen ungebremst gegen Sylts Westküste prallen. Auch in dieser Hinsicht versuchen Küstenplaner bereits seit Anfang der 1980er Jahre Abhilfe zu schaffen. Sie leiten dazu Sand in die tieferen Rinnen vor der Küste ein, um das Relief auszugleichen und die Brandungsenergie zu verringern.

Ohne das Anlegen künstlicher Sandbänke vor der Westküste wird Sylt vermutlich auf Dauer den Kampf gegen das Meer und die Sturmfluten verlieren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Insel ohne zusätzlichen Schutz zunächst im Laufe der Zeit immer schmaler wird und schließlich in mehrere Teile zerbricht.

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