Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 17.05.2012
Und er dreht sich doch...
Warum kehrt uns der Mond immer die gleiche Seite zu?

Von der Erde aus gesehen scheint der Mond stillzustehen. Schon die ersten Astronomen stellten fest, dass sie - egal wann sie den Mond beobachteten - immer nur dieselbe Hälfte von ihm sahen. Die Rückseite des Erdtrabanten blieb verdeckt. Sie sollte lange Zeit ihr Geheimnis wahren: Erst 1959 lieferte die sowjetische Raumsonde Luna 3 die ersten Bilder von der unbekannten Seite des Mondes und machte damit allen Spekulationen und Fantasien über mögliche Mondbewohner endgültig ein Ende.

Rückseite des Mondes 
Rückseite des Mondes
© NASA
Die Ursache für dieses Phänomen des scheinbaren "Stillstands" des 'Mondes ist seine sehr langsame Rotation. Für eine volle Drehung um sich selbst braucht er genauso lange wie für eine komplette Umkreisung der Erde. Deshalb kehrt er der Erde stets die gleiche Seite zu - jedenfalls ungefähr. In Wirklichkeit sind nämlich insgesamt 59 Prozent der Mondoberfläche von der Erde aus zu sehen, wenn auch nicht auf einmal. Der Mond zeigt sich auch hier als "wankelmütiger" Begleiter.

Weil die Umlaufbahn des Mondes kein exakter Kreis sondern eine deutliche Ellipse ist, stimmen Rotation und Bahngeschwindigkeit nicht immer genau überein - die Rotation hinkt mal hinterher, mal ist sie der Bewegung um die Erde voraus. Zusammen mit der gut fünfprozentigen Neigung der Umlaufbahn des Mondes gegenüber der Erdbahn bewirkt dies ein leichtes "Eiern" des Mondes. Dabei wird jeweils ein schmaler Streifen am östlichen und westlichen Rand des Mondes zeitweise sichtbar.

Zusätzlich zu dieser Ost-West-Verschiebung bewirkt die Neigung der Mondbahn gegenüber der Ebene der Erdbahn eine zusätzliche Schwankung in Nord-Südrichtung. Steht der Mond unterhalb der der Ekliptik - der Bahnebene der Erde - blickt man auf den Nordpol des Mondes herab. Steht er dagegen oberhalb der Ekliptik erscheinen die typischen Strukturen der Mondoberfläche nach Norden versetzt, der Südpol erscheint zentraler.

Die gebräuchlichen Mondkarten zeigen auch diese sogannnten Librationszonen und stellen daher immer mehr als die tatsächlich bei einer Beobachtung sichtbare Fläche dar.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Mondfinsternis
Roter Mond über der Erde
Im Schatten der Erde
Wie entsteht eine Mondfinsternis?
Blutmond
Warum ist die Mondfinsternis nicht schwarz?
Vier himmlische Kontakte...
Der Ablauf der Mondfinsternis
Lunare Ausfälle...
Wann und wo finden die nächsten totalen Mondfinsternisse statt?
Wankelmütiger Mond
Phasen und Größenveränderungen des Mondes
Und er dreht sich doch...
Warum kehrt uns der Mond immer die gleiche Seite zu?
Krater und Maare
Mit bloßem Auge sichtbare Mondformationen
Wechselspiele
Der Mond und die irdische Tageslänge
Spiegel des Himmels...
Geschichte der Mondbeobachtung
Top-Diaschauen
Tiefseegräben
Das Geheimnis der Elemente
Roter Orbit
Riesenschlangen
Steinzeit-Astronomie
Aktuelle Dossiers
Der unsichtbare Baumeister
Wind als Urheber von Staubstürmen, Singdünen und Felskulpturen
Der virtuelle Patient
"Gesundheit 2050" - Preisgekrönter Beitrag zum Essay-Wettbewerb
Informationsspeicher Gehirn
Den Mechanismen des Lernens auf der Spur
Titanic: Untergang eines Mythos
Spurensuche hundert Jahre nach der Katastrophe
Kräfte zwischen Kern und Kruste
Der Entstehung des Süddatlantik auf der Spur
Lego mit Lebensbausteinen
Was ist synthetische Biologie?
Bestens eingefügt
Anpassung an einen Lebensraum – die Schleiereule als Modelltier
Die zivilen Verwandten der Seekrieger
Ein echter Knochenjob
CeBIT 2012
Neues aus der Welt des digitalen Arbeitens und Lebens
Einzeller auf Hochtouren
Forscher gewinnen Biogas aus Algen