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Von der Erde aus gesehen scheint der Mond stillzustehen. Schon die ersten Astronomen stellten fest, dass sie - egal wann sie den Mond beobachteten - immer nur dieselbe Hälfte von ihm sahen. Die Rückseite des Erdtrabanten blieb verdeckt. Sie sollte lange Zeit ihr Geheimnis wahren: Erst 1959 lieferte die sowjetische Raumsonde Luna 3 die ersten Bilder von der unbekannten Seite des Mondes und machte damit allen Spekulationen und Fantasien über mögliche Mondbewohner endgültig ein Ende.
 | | Rückseite des Mondes © NASA | Die Ursache für dieses Phänomen des scheinbaren "Stillstands" des 'Mondes ist seine sehr langsame Rotation. Für eine volle Drehung um sich selbst braucht er genauso lange wie für eine komplette Umkreisung der Erde. Deshalb kehrt er der Erde stets die gleiche Seite zu - jedenfalls ungefähr. In Wirklichkeit sind nämlich insgesamt 59 Prozent der Mondoberfläche von der Erde aus zu sehen, wenn auch nicht auf einmal. Der Mond zeigt sich auch hier als "wankelmütiger" Begleiter.
Weil die Umlaufbahn des Mondes kein exakter Kreis sondern eine deutliche Ellipse ist, stimmen Rotation und Bahngeschwindigkeit nicht immer genau überein - die Rotation hinkt mal hinterher, mal ist sie der Bewegung um die Erde voraus. Zusammen mit der gut fünfprozentigen Neigung der Umlaufbahn des Mondes gegenüber der Erdbahn bewirkt dies ein leichtes "Eiern" des Mondes. Dabei wird jeweils ein schmaler Streifen am östlichen und westlichen Rand des Mondes zeitweise sichtbar.
Zusätzlich zu dieser Ost-West-Verschiebung bewirkt die Neigung der Mondbahn gegenüber der Ebene der Erdbahn eine zusätzliche Schwankung in Nord-Südrichtung. Steht der Mond unterhalb der der Ekliptik - der Bahnebene der Erde - blickt man auf den Nordpol des Mondes herab. Steht er dagegen oberhalb der Ekliptik erscheinen die typischen Strukturen der Mondoberfläche nach Norden versetzt, der Südpol erscheint zentraler.
Die gebräuchlichen Mondkarten zeigen auch diese sogannnten Librationszonen und stellen daher immer mehr als die tatsächlich bei einer Beobachtung sichtbare Fläche dar.
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