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| Gemeinsame Jagd |
| Wenn die Beute größer ist als der Jäger |
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 | | Gepard © IMSI Masterclips | Blitzschnell schießt der Gepard hervor. Die Gazelle versucht zu fliehen, aber bei einer Spitzengeschwindigkeit ihres Jägers von über 100 Kilometern pro Stunde hat sie keine Chance. Mit seinen schweren Pranken wirft der Gepard seine Beute zu Boden und beißt ihm die Kehle durch. Schwer atmend und am Ende ihrer Kräfte liegt die Raubkatze nun neben dem leblosen Körper. Etwa 15 Minuten dauert es, bis sich die Kräfte des Sprinters so weit regeneriert haben, dass er die Antilope fressen kann. Doch schon nähert sich eine Gruppe von Hyänen, die die Jagd beobachtet hat. Dem geschwächten Geparden bleibt nichts anderes übrig, als ihnen das Feld zu räumen, wenn er keine Verletzung riskieren will.
An ein Rudel Löwen hätten sich die Hyänen wohl nicht so leicht heran getraut, sondern in respektvoller Entfernung abgewartet, bis diese ihr Mahl beendet hätten. Geparden, die oft einzeln jagen (es gibt allerdings auch männliche Tiere, die in Gruppen auf Beutetour gehen), haben es da schwerer. Zudem müssen Weibchen ihre Jungen schutzlos zurücklassen, während sie jagen. Nicht selten fallen die Kleinen in dieser Zeit anderen Raubtieren zum Opfer.
| |  | Jagd im Rudel - Wölfe © IMSI Masterclips | Wen wundert es da, dass sich kooperative Jagd bei zahlreichen Tierarten durchgesetzt hat? Im Gegensatz zu Großkatzen, die auch auf sich allein gestellt die Beute überwältigen können, haben Wildhunde und Wölfe kaum eine andere Möglichkeit, als gemeinsam anzugreifen - zumindest wenn sie es auf größere Beute abgesehen haben. Im Rudel können Wölfe dafür Tiere erlegen, die um ein Vielfaches größer sind als sie selbst. Dabei hetzen nicht alle Tiere hinter der Gruppe her, sondern übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Einige Rudelmitglieder warten weiter vorne, um ihre erschöpften Artgenossen abzulösen, andere sprengen die verfolgte Herde durch gezielte Angriffe oder stellen ein zurückbleibendes Tier.
Auch Pelikane haben eine ganz eigene Jagdstrategie entwickelt, an der eine ganze Gruppe teilnimmt. Sie fangen Fische, indem sie einen Kreis um einen Schwarm bilden, oder ihn mithilfe eines Halbkreises auf eine Bucht zutreiben. Für die Fische, die um einen einzelnen Pelikan einfach herum schwimmen könnten, ist ein Entkommen nun unmöglich und die Wasservögel fangen jeden Fisch innerhalb des Kreises. Diese Taktik nutzt der ganzen Gruppe, jedes Tier verhält sich aber so, dass sein eigener Vorteil maximal ist.
Bei den Spinnen ist Kooperation nicht sehr verbreitet - weltweit gibt es etwa 35.000 einzeln lebende Spinnenarten und nur 20 gesellige. Eine davon ist die Röhrenspinne. Die Netze der Gemeinschaft, die mehrere tausend Mitglieder haben kann, spinnen teilweise ganze Büsche ein. Neben dem erhöhten Schutz und einer Arbeitsteilung bei der Betreuung der Gelege ist auch die gemeinsame Jagd von Vorteil. Im Kollektiv stürzen sich die Spinnen auf ein Opfer und können so auch relativ große Beutetiere erlegen.
Ein Schwertwal allein würde sich vermutlich kaum mit einem größeren Wal anlegen. In der Gruppe dagegen machen Orcas sehr wohl Jagd auf Großwale. Dazu umringen sie ihr Opfer, so dass dieses von Kommunikationsgeräuschen der Artgenossen abgeschnitten ist. Dann springen einzelne Schwertwale auf den Kopf des Wals, vermutlich um das Atemloch abzudecken. Auch bei kleinerer Beute zahlt sich die Gruppenarbeit aus. Kleinere Meeressäuger werden von Orcas dicht zusammengedrängt. Einzelne Schwertwale schießen dann in das Gewühl hinein und töten möglichst viele Tiere.
Oft bildet sich in sozialen Gruppen eine Rangordnung heraus. Das hochgestellte alpha-Tier hat sich dabei am besten gegen Machtproben mit den Artgenossen durchgesetzt. Wenn die Nahrung knapp ist, wird sich in der Regel nur das alpha-Tier weiter vermehren. Auf diese Weise werden nur die Gene der "fittesten", der bestangepassten Tiere in den Genpool übertragen, die Aufrechterhaltung der Population ist somit eher gesichert, als wenn jedes Tier gleich große Chancen auf Nachwuchs hätte.
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Stand 26.06.2002 |
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