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Mittwoch, 10.03.2010
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Angehörge indigener Völker sind jene Menschen, die in Ländern mit unterschiedlichen Stämmen, als erste Siedler angesehen werden.


  • Viele dieser Kulturen sind in den letzten Jahrhunderten ausgelöscht worden oder mußten ihre traditionellen Lebensweisen aufgegeben. Schätzungen gehen davon aus, dass es heute nur noch 250 bis 300 Millionen Ureinwohner gibt. Sie verteilen sich auf 5000 Völker in 76 Staaten.


  • Die Ureinwohner stehen ihrer Vertreibung nicht mehr tatenlos gegenüber. Nichtregierungsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützen die Indigenen dabei. Erst seit 1982 beschäftigt sich die UNO intensiver mit der Problematik.


  • Vor 15.000 Jahren verwendeten die damals zehn Millionen Menschen der Erde insgesamt 10.000 verschiedene Sprachen. Heute werden von sechs Milliarden Einwohnern nur noch etwa 6.000 gesprochen. Mit der Anpassung an die Lebensbedingungen der Staaten schwindet nicht nur die kulturelle Diversität, auch die Sprachen der Völker sterben aus.


  • Eine akut vom Aussterben bedrohte ist die des nordamerikanischen Indianervolkes der Wintu. Mit dem Projekt Beedi Yaluken, was soviel wie "Nicht aufgeben" bedeutet, und der Unterstützung des deutschen Sprachwissenschaftlers Stefan Liedtke wollen die Wintu ihre Sprache retten.


  • Inuit

  • Die Inuit siedeln in Alaska, im Norden Kanadas, auf Grönland und in Sibirien. Traditionell leben sie von der Jagd.


  • Viele Jahrhunderte lebten sie in völliger Abgeschiedenheit. Erst 1576 kamen erste Forscher in die Polarregionen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts brachten sie zu Forschungszwecken immer wieder auch Inuit in die westliche Welt. Viele von ihnen starben nach kurzer Zeit, da sie mit den Bedingungen in diesen Ländern nicht zurecht kamen.

  • Auch nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Anpassung an die westliche Kultur immer weiter vorangeschritten, gefördert durch Programme der Regierungen zur Eingliederung in die Staaten.


  • Für die Inuit wird es daher zunehmend schwieriger ihre kulturelle Einheit zu bewahren. Der Kompromiß trotz Anpassung an Traditionen festzuhalten gelingt kaum.


  • Regenwaldvölker

  • Der tropische Regenwald verschwindet in einem atemberaubenden Tempo. Jedes Jahr fallen etwa 200.000 Quadratkilometer der Abholzung und Großbränden zum Opfer. Mit dem Wald verlieren die dort lebenden Völker ihre Lebensgrundlage.


  • Der Lebensraum der Yanomami in Brasilien wurde in den vergangenen Jahren vor allem durch eindringende Goldsucher bedroht. Nach einem brutalen Massaker an den Yanomami 1993 engagierten sich weltweit Organisationen, Verbände und Einzelne für das Regenwaldvolk. Nach Maßnahmen durch die brasilianische Regierung und Projekten von Organisationen, scheinen die Yanomami gerettet.


  • Fast nirgendwo wird der Regenwald so schnell zerstört wie auf der Insel Borneo in Südostasien. Betroffen sind unter anderem die Penan. Da ihr Lebensraum mehr und mehr zerstört wird, sind sie gezwungen einer festen Arbeit nachzugehen, meist sogar bei den Holzfällern selbst. Ihre Traditionen gehen zunehmend verloren. Die Regierung ist nicht daran interessiert den Penan zu helfen.


  • Mit Protestaktionen, vor allem durch Straßenblockaden, gerieten die Penan weltweit in die Schlagzeilen und erhielten so Unterstützung aus dem Ausland. Bekannt für seinen Einsatz wurde vor allem der Schweizer Menschenrechtler Bruno Manser. Er lebte mehrere Jahre bei den Penan und machte mit spektakulären Aktionen ihre Situation publik. Seit Mai 2000 wird er in den Regenwäldern Borneos vermisst.


  • Aborigines

  • Für die Australier gibt es kaum ein heikleres Thema als ihr Verhältnis zu den Ureinwohnern des Kontinents, den Aborigines. Seitdem weiße Siedler den Kontinent betraten, leiden die Aborigines unter Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung. Erst seit 20 Jahren versucht man diese Vergangenheit aufzuarbeiten.


  • Aber auch heute ist die Kultur der Aborigines noch bedroht. Insbesondere ihre heilige Stätten sind von Industrie- oder Siedlungsprojekten der Weißen bedroht. Im Norden Australiens gefährden Bauprojekte für Uran-Minen den Lebensraum des Aborigines-Volkes der Mirrar.

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