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Donnerstag, 09.02.2012
Die Penan in Malaysia
Ein Volk zwischen Coca Cola, Bier und Traditionen

Fast nirgendwo wird der Regenwald so schnell zerstört wie auf der Insel Borneo in Südostasien. Seit Anfang der 80er Jahre wurden hier fast zwei Drittel des Baumbestandes vernichtet. Betroffen sind unter anderem die Penan, ein kleines Volk, das seit Jahrhunderten in den Wäldern Sarawaks, einem Bundesstaat von Malaysia im Norden von Borneo, beheimatet ist.

Jadgbeute der Penan 
Jadgbeute der Penan
© Bruno Manser Fonds
Traditionell leben die Penan als Waldnomaden und ernähren sich von stärkehaltigen Sagopalmen, Wildschweinen, Kräutern, Nüssen und etwa 300 verschiedenen Fruchtarten. Sie sind ein sehr friedliches Volk, untereinander gibt es kaum Streitigkeiten. Persönlichen Besitz und einen Zeitbegriff kennen die Penan nicht. Doch mit dem Regenwald, ihrer Lebensgrundlage, verschwinden auch die Traditionen.

Längst haben Coca-Cola, Bier, Konserven und Taschenlampen Einzug in ihr Leben gehalten. Nur etwa 400 Penan leben noch als traditionelle Waldnomaden. Viele andere wohnen heute in festen Dörfern. Da ihr Lebensraum zerstört wurde, sind sie gezwungen einer festen Beschäftigung nachzugehen. Oft arbeiten sie sogar als Tagelöhner der Holzfirmen für niedrigen Lohn und ohne jede Absicherung.

Seit 20 Jahren kämpfen die Penan gegen die Abholzung des Regenwaldes. Sie sind entschlossen ihr traditionelles Leben weiterzuführen. Immer wieder baten sie die Regierung, ihr Land zu sicher. Doch die ist nicht am Schutz der Penan interessiert. Zu stark ist die Lobby der Holzunternehmen, in denen natürlich auch die Politiker ihren Platz haben. 1987 versprach zwar die Regierung von Sarawakein Reservat für die Penan einzurichten, bis heute sind solche Pläne aber nicht verwirklicht worden. Ganz im Gegenteil. Die Politiker begründen ihre Zurückhaltung sogar damit, dass sie die Penan von ihrem Nomadenleben befreien wollen. Die Entwicklung solle schließlich allen im Staat zugute kommen. Dass das kleine Regenwaldvolk eine solche "Entwicklung" gar nicht will, sondern vermutlich mit ihr zu Grunde geht, übersieht die Regierung.

Auch die Holzkonzerne brechen die Vereinbarungen. So schlossen die Penan mit einem der größten Unternehmen 1997 ein Vertrag, der besagt, dass ihre Gebiete ohne vorherige Verhandlungen nicht betreten werden dürfen. Die Penan markierten die Grenzen ihres Waldgebietes mit weißer Farbe, dennoch drangen die Holzfäller hier ein.

Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Verhaftungen durch Holzfäller und Miliz sind in den Wäldern Sarawaks ebenfalls an der Tagesordnung und lassen den Penan kaum eine Chance ihre Kultur zu bewahren.

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