• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 25.11.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Wir arbeiten uns ran

Schicht für Schicht: die relative Datierung

Paläontologen legen ein Fossil frei

Bevor das Fossil selbst Objekt der Altersbestimmung wird, was naheliegend wäre, sehen sich die Paläontologen den Sedimentboden an, aus dem sie die Versteinerungen befreit haben. Sie wollen wissen, in welcher Schicht das Fossil lag, um eine erste grobe Datierung des Fundes vorzunehmen.

Läßt sich die Erdschicht einem bestimmten Zeiltalter der geologischen Zeitskala zuordnen, können die Forscher eine Aussage über das relative Alter des Fundes machen. Weil sich jüngere Sedimente auf ältere Sedimente auflagern, sind Fossilien aus tieferliegenden Schichten älter als die Versteinerungen aus höhergelegenen Schichten.

Findet ein Paläoanthropologe einen Unterkieferknochen in einer Sedimentschicht, die eindeutig im Pliozän (5 -1,6 Mio. Jahre vor heute) entstanden ist, so kann es sich nicht um einen Vertreter des Homo sapiens handeln, weil nach heutigem Wissen die ersten frühen Formen des modernen Menschen vor etwa 150.000 Jahren lebten. Dieser Zeitpunkt liegt aber in der Folgeepoche des Pliozäns, dem Pleistozän (1,6 -0,01 Mio. Jahre vor heute). Ob es sich bei dem Fund überhaupt um einen Vertreter der Gattung Homo handelte oder erst um einen Australopithecus läßt sich anhand der Schichtenzuordnung aber nur schwer ausmachen.

Eine andere Methode der Altersbestimmung macht sich den Paläomagnetismus zunutze. Das Magnetfeld der Erde hat im Laufe der Zeit sehr häufig seine Polung geändert. In magnetisierbaren Teilchen der Sedimente blieben diese Veränderungen wie in einem Archiv erhalten. So wechselte das magnetische Feld der Erde im Tertiär (65 Mio. - 1,6 Mio. Jahre vor heute) ungefähr 56 mal, während es im größten Teil der Kreide (135 Mio. - 65 Mio. Jahre vor heute) fast 40 Millionen Jahre unverändert blieb.

Aber auch diese Methode ermöglicht nur eine Annäherung an das tatsächliche Alter des Unterkieferknochens. Für eine genauere Einordnung in die Ahnengalerie ist eine absolute Datierung notwendig.

Stand: 16.11.2001
 
Printer IconShare Icon