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Samstag, 25.11.2017
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"Der Neandertaler ist raus!"

"Das haben wir so nie gesagt"

Diese Ergebnisse wurden inzwischen durch eine weitere Analyse eines zweiten Genabschnitts desselben Neandertalers bestätigt. Im Mai diesen Jahres vermeldeten die Agenturen der Welt dann zum dritten Mal den Sieg von "Out of Africa" und das "Aus" für den Neandertaler. Dabei hatten die Wissenschaftler immer nur von Annahmen und Hinweisen gesprochen.

"Das haben wir ja so nie gesagt", wehrt sich Schmitz. Das renommierte Wissenschaftsmagazin "Cell" hatte bereits vor zwei Jahren auf seinem Titelblatt den Eiszeitjäger aufs Abstellgleis befördert. "Da hat sich die Redaktion wohl etwas zu sehr mitreißen lassen", bemerkt Ralf Schmitz und fügt hinzu: "Seitdem müssen unsere Mitarbeiter auf Kongressen ständig erklären, wie wir denn eine solche Aussage machen könnten".

Niemand hatte hinterfragt, wie repräsentativ die Ergebnisse wirklich sind. Ralf Schmitz sagt selber, daß die Analyse der DNA eines einzigen Neandertaler-Exemplares statistisch eigentlich nicht sehr aussagekräftig ist. Das Ergebnis könnte also auch reiner Zufall sein. "Allerdings handelt es sich bei dem untersuchten Exemplar, um einen anatomisch ganz normalen, durchschnittlichen" Neandertaler". Kein wirklich schlagendes Argument.

Auch daß die DNA aus den Mitochondrien stammt, und damit nur die mütterlichen Linien der Eiszeitjäger und der modernen Menschen repräsentiert, macht die Sache nicht unbedingt wasserdichter. Im Gegenteil. Durch Ausdünnungseffekte könnte sich die mtDNA des einen Neandertalerexemplares derart von unserer unterscheiden, daß die ganze Gattung zu Unrecht ihren Platz im Stammbaum verlöre.

"Ich bin gespannt, was die Ergebnisse der Untersuchung des nächsten Neandertaler-Exemplares ergeben. Wenn die in die selbe Richtung gehen, sieht es für die "Out of Africa"-Hypothese ganz gut aus", merkt der Archäologe an. "Wirklich statistisch abgesicherte Daten werden wir wohl erst in zehn Jahren in Händen halten."

Stand: 16.11.2001
 
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