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Mittwoch, 08.02.2012
Wo sind wir "entstanden"
Einmal in Afrika oder mehrmals in der Welt?

Nach der Theorie des "multiregionalen Modells" ging der feingliedrige, leichte Homo sapiens aus den regionalen Homo-erectus-Nachfolgern hervor. Demnach war der Neandertaler unser direkter Vorfahre. Dieses Modell erklärt, wie und wann die heute bestehenden anatomischen Unterschiede zwischen einzelnen Menschengruppen entstanden sind. Demnach entwickelten sich die typischen Merkmale wie etwa die stärker vorstehende Nase bei Europäern oder das flachere Gesicht bei Asiaten aus anatomischen Merkmalen der Gründerpopulationen.

Der heutige Mensch entstand also "gleichzeitig" in vielen verschiedenen Teilen der Welt. Die große genetische Ähnlichkeit aller modernen Menschen erklärt das Modell durch gelegentliche Kreuzungen einzelner Mitglieder benachbarter Gruppen.

Die "Out Of Africa"- Hypothese
Die Verfechter der "Out Of Africa"- Hypothese gehen allerdings davon aus, daß der Homo sapiens, in ihrem Fall die archaische Variante, nur einmal entstand, und zwar in Afrika. Von hier aus kam es zum zweiten großen Exodus der menschlichen Gattung. Der Homo sapiens verbreitete sich über die Welt. Und was passierte mit den Homo-erectus-Nachfolgern? Eine Zeit lang hausten zum Beipiel Homo sapiens und Homo neanderthalensis in zeitlicher und räumlicher Nachbarschaft.

Die "Out Of Africa"-Vertreter gehen davon aus, daß der moderne Mensch und der Neandertaler mehere 10.000 Jahre nebeneinander lebten, bis der Neandertaler vor etwa 35.000 Jahren verschwand. Genau so erging es den "Eiszeitjägern" in den anderen Regionen der Welt. Überall wo die "Wissenden" sich ausbreiteten, starben die "Einheimischen" über kurz oder lang aus. Wie dieses Aussterben in der Praxis aussah, läßt sich bisher nur vermuten. Ob unser Weg blutig war bleibt Spekulation.

Nach dem OOA-Modell sind die vorhandenen regionalen anatomischen Unterschiede der heutigen Menschengruppen, die man auch als Rassen bezeichnen kann, erst in den letzten 100.000 Jahren entstanden. Die MRM-Theorie geht von 1 Million Jahren für diese geographische Diversifikation aus.

Je nachdem welchen Vertreter man befragt, belegen die Fossilien mal die eine mal die andere Theorie. Aber seit Ende der achtziger Jahre nutzen die Wissenschaftler eine neue Methoden, um der Abstammung des Menschen auf die Spur zu kommen. Sie untersuchen und vergleichen das Genom des modernen und des prähistorischen Menschen. Seit einigen Jahren ist auch eine Forschergruppe der Universität München an der Aufklärung unserer Herkunft beteiligt.

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