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Samstag, 25.11.2017
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Erectus, der Aufrechte

Die frühen Hominiden II

Homo erectus

Homo erectus

Bis vor etwa zwei Millionen Jahren spielte sich die gesamte Entwicklung der Menschheit in Afrika ab, wenn man von den Fossilfunden ausgeht. Bis zum Homo habilis gibt es keinen einzigen Hominiden, der außerhalb des südlichen Kontinents gefunden wurde. Dann aber, vor etwa zwei bis 1,5 Millionen Jahren, zu Beginn des Pleistozäns, macht sich der "Mensch" zum ersten Mal auf, die Welt zu "erobern". Der Homo erectus, der "aufrechte Mensch" erscheint auf der Bildfläche. Den ersten dieser "Wanderer" hatte Eugène Dubois 1891/92 auf Java entdeckt. Vermutlich drang H. erectus während der Eiszeit bis nach Südostasien vor als die Inselwelt zum großen Teil mit dem Festland verbunden war.

Rein rechnerisch könnte diese "Invasion" relativ schnell vonstatten gegangen sein: Legte eine kleine Erectus - Gruppe jährlich eine Strecke von 50 Kilometern zurück, so konnte sie, besser gesagt ihre Ururururenkel bereits innerhalb von 15.000 Jahren an jedem Punkt Eurasiens angekommen sein.

Während sich der Homo erectus auf dem Eurasischen Kontinent noch unter Seinesgleichen befand, herrschte auf der afrikanischen Landmasse zeitweise ein wahres Gedränge an Hominidenarten. Mit etwas Glück hätten sich Vertreter der robusten Australopithecinenarten "robustus" und "boisei" mit den frühen Homoarten "habilis" und "erectus" zum Kaffeeklatsch oder Stammtisch treffen können.

Homo erectus war größer als der Homo habilis und wies ein größeres Gehirnvolumen auf, das sich während seiner Anwesenheit auf der Erde nahezu verdoppelte. Mit maximalen 1200 Kubikzentimetern liegt es schon im Bereich der normalen Variabilität des Homo sapiens. Er war geschickter in der Werkzeugherstellung als der "habilis".

Allerdings kam auch er mehrere hunderttausend Jahre nicht über den Faustkeil hinaus, der mit der Zeit immer mehr verbessert wurde. Die Entdeckung des Feuers vor etwa 500.000 Jahren verdanken wir dem Homo erectus. Und mit der Macht über dieses Element konnte er sich auch den Widrigkeiten der kälteren Klimazonen widersetzen.

Vor etwa 700.000 bis 400.000 Jahren tauchen dann erstmals Vertreter einer Art auf, die aufgrund der größeren Schädelkapazität und anderer fortschrittlicher Merkmale nicht mehr zu H. erectus gestellt werden. Die ersten archaischen Homo sapiens Populationen breiten sich aus. Zu ihnen gehört auch der Neandertaler, der bis ungefähr 35.000 Jahre vor heute überlebte. Den Fossilfunden nach entstanden die ersten archaischen Formen zuerst in Afrika, dann in Europa und vor etwa 300.000 Jahren schließlich in Ostasien.

Als ältester fossiler Beleg in Europa galt bis vor etwa eineinhalb Jahren noch ein Unterkiefer aus dem Ort Mauer bei Heidelberg. Einige Wissenschaftler benennen ihn deshalb Homo heidelbergensis, andere zählen ihn weiterhin zum Homo erectus. Im Oktober 1998 gab die Universität Michigan dann die Entdeckung eines möglichen neuen Vorfahren des Menschen bekannt. Der Fund wurde auf 780.000 Jahre datiert.

Aber wann entstand der moderne Mensch, und wo? Wer waren seine Vorfahren? Zwei Theorien konkurrieren darum, unsere Herkunft zu erklären.

Stand: 16.11.2001
 
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