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Freitag, 10.02.2012
Die Sonne scheint gratis
...aber die Nutzung kostet Geld

Solaranlage 
Solaranlage
© BMU / H.G. Oed
"Bis 2050 können rund 30 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs durch Solarenergie gedeckt werden", schätzt Joachim Luther, Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme. Und bereits in zwanzig Jahren könnte der globale Jahresumsatz der Branche die Dimension der heutigen Halbleiterindustrie erreicht haben. Auf dem Markt der Zukunft winkt also das große Geld. Und ganz nebenbei wird die so genannte Energiewende weiter vorangetrieben. Denn selbst wohlwollende Prognosen gehen davon aus, dass in spätestens 100 Jahren ein Großteil der fossilen Energieträger aufgebraucht sein wird. Grund genug, nach Alternativen zu suchen, so dass selbst klassische Mineralölkonzerne wie Shell oder BP inzwischen Millionen Euro in die Verbesserung der Solartechnik investieren.

Bereits heute werden durch die Nutzung von Solarwärme in Deutschland jährlich 200 Millionen Liter Heizöl eingespart und rund 500.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Und das ist nach Meinung der Solarbranche erst der Anfang. Denn der geplante Handel in der EU mit Emissionsrechten ab 2005 könnte zusätzliche Investitionen in die Solarbranche auslösen. Und Deutschland hat gute Chancen, diesen Hightech-Markt der Zukunft mitzubestimmen. Nicht umsonst förderte die Bundesregierung im Jahr 2003 die „neue“ Technologie mit 27 Millionen Euro – Tendenz steigend. Die Zustimmung zur Solartechnik scheint grenzenlos, doch (noch) sieht die Realität ganz anders aus.

Skepsis
Denn die Sonne liefert die Energie zwar „frei Haus“, doch die Anlagen zur Wärme- und Stromgewinnung kosten immer noch zu viel Geld: Für den Privatmann bleibt sie zumeist Luxus und für die Wirtschaft ist die Energieausbeute nicht groß genug. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 produzierten alle Solaranlagen der Welt zusammen etwa soviel Strom wie ein einziges konventionelles Kraftwerk. Nicht genug für die privaten Haushalte und die energiehungrige Industrie. Ein noch größerer Hemmschuh sind zudem die Schwankungen im Energieangebot: Wenn die Sonne nicht scheint, also bei Nacht oder aber im tiefsten Winter, dann liefern Solaranlagen zu wenig oder gar keinen Strom. Versorgungsunsicherheit nennt sich das im Fachjargon.

Das Ziel der aktuellen Solarforschung ist es daher, Solarzellen mit höherem Wirkungsgrad zu entwickeln, also einen möglichst großen Anteil des Sonnenlichtes in elektrische Energie oder Wärme umzuwandeln. Damit wäre die großindustrielle Nutzung der Solarenergie nicht mehr nur für entlegene Regionen mit hoher Sonnenscheindauer und geringem Energiebedarf interessant. Dann könnte sich die Nutzung der Erneuerbaren Energie „Sonne“ auch zunehmend im strahlungsärmeren Mitteleuropa durchsetzen.

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