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Freitag, 10.02.2012
Dreck auf Reisen
Staubstürme als Folge von globalen Zirkulationen

Staubsturm aus der Sahara 
Staubsturm aus der Sahara
© NASA/MODIS
Eine besondere Art der Zirkulation ist aus aktuellem Anlass in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt: Seitdem seit Mitte März der Golfkrieg tobt, ist immer wieder von Staubstürmen die Rede, die Menschen und Maschinen in dieser Region hart zusetzen. Nicht nur durch die irakische Armee, sondern vor allem durch diese peitschenden, sand- und staubbeladenen Winde kam der Vormarsch der amerikanischen und britischen Truppen kurzfristig zum Erliegen.

Solche Staubstürme sind jedoch keineswegs auf die Golfregion beschränkt. Durch globale Luftzirkulationen kann Staub sogar Tausende von Kilometern zurücklegen und in Gegenden fernab seines Herkunftortes niedergehen. So reissen warme Winde den Staub aus der Sahara bis in Höhen von 4.600 Metern und transportieren ihn dann über den Atlantik. Um diese Strecke zurückzulegen, benötigen die Partikel nur fünf bis sieben Tage.

Alljährlich tragen die periodisch auftretenden Staubstürme in den Monaten Februar bis April ungefähr 13 Millionen Tonnen Staub von Afrika aus in das nordöstliche Amazonasbecken. Von Juni bis Oktober dagegen dreht der Wind und der Staub landet vor allem in Nord- und Zentralamerika sowie in der Karibik.

 Mars ohne und mit Staubsturm
Mars ohne und mit Staubsturm
© NASA/JPL
Staubstürme sind auf der Erde hauptsächlich in trockenen und halbtrockenen Gebieten an der Tagesordnung. Grobkörnigerer Staub aus Wüsten kann über hunderte, feinere Partikel tausende von Kilometern transportiert werden. Hauptquellen der globalen Staubmassen sind neben dem nördlichen Afrika mit der Sahara, die Arabische Halbinsel, der nördliche Kaukasus, die Great Plains in den USA und die trockenen Regionen von Argentinien, Afghanistan und Australien.

Doch nicht nur auf der Erde toben Staubstürme. Auch unser roter Nachbarplanet, der Mars, wird regelmäßig von ihnen heimgesucht. Wenn sich der Planet nahe an der Sonne befindet, was im Frühjahr der südlichen Halbkugel der Fall ist, herrscht Sturmsaison. Ähnlich wie auf der Erde begünstigen dann die Aufheizung der Erdoberfläche und starke Temperaturunterschiede innerhalb der Atmosphäre das Entstehen der gewaltigen Winde. Während auf der Erde jedoch meist nur begrenzte Regionen von den Stürmen direkt betroffen sind, haben die Superstürme auf dem Mars wahrhaft globalen Charakter. Sie können - wie zuletzt im Jahr 2001 - den gesamten Planeten mit einem Vorhang aus Sand und Staub verhüllen, der selbst von der Erde aus noch beobachtet werden kann.

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