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Freitag, 10.02.2012
Rennbahn Atmosphäre
Jetstreams als schnelle Westwinde

Bei Flugreisen aus den USA nach Europa kommt es häufig vor, dass der Pilot einen Umweg zu fliegen scheint. Die direkte Route zwischen New York und London beispielsweise würde sich zwischen dem 40. und 50. Breitengrad erstrecken. Tatsächlich nimmt das Flugzeug aber einen Weg, der es hoch in den Norden bringt und über das Polargebiet führt. Doch diese Route ist nur scheinbar ein Umweg. Der Weg, den die Maschine zurückzulegen hat, ist zwar länger, die Flugdauer jedoch ist annähernd gleich der kürzeren Route und das wichtigste: der Treibstoffverbrauch sinkt.

Jetstream 
Jetstream
© NASA/JSC
Der Grund für dieses merkwürdige Phänomen befindet sich in zehn Kilometern Höhe und ist eine der schnellsten Luftbewegungen, die es auf der Erde gibt: ein sogenannter Jetstream oder Strahlstrom. Jetstreams sind, so die Definition der Meteorologen, Westwinde in der oberen Troposphäre, die Geschwindigkeiten von 250 bis zu 550 Kilometern pro Stunde erreichen können. Drei verschiedene Jetstream-Formen sind bekannt.

Der Polarfront-Jetstream befindet sich je nach Lage der Polarfront zwischen 40 und 70 Grad nördlicher bzw. südlicher Breite. Dieser Jetstream ist es, der die Flugzeuge auf ihrem Weg von Amerika nach Europa quasi anschiebt: Mit zehn Kilometern Höhe liegt er genau in der typischen Flugschneise der Verkehrsflugzeuge. Der äquatoriale oder tropische Jetstream erstreckt sich im Sommer über den Tropen in 15 Kilometern Höhe, manchmal kann er jedoch bis in über 20 Kilometer Höhe aufsteigen. Die dritte Form der Jetstreams ist der Subtropen-Jetstream. Er liegt über dem subtropischen Hochdruckgürtel in ungefähr zwölf Kilometern Höhe, kann seine Lage aber je nach Jahreszeit geringfügig verändern.

Jetstreams entstehen durch die großen Temperaturunterschiede zwischen tropischen und polaren Luftmassen. Dehnt sich durch die starke Sonneneinstrahlung am Äquator die tropische Luft aus und zieht sich gleichzeitig die Polarluft am Pol durch Wärmeabgabe zusammen, verstärkt sich der globale Temperatur- und damit auch der Luftdruckgegensatz. In den Regionen der größten Druckdifferenzen, den so genannten planetarischen Frontalzonen, entstehen dadurch starke Winde, die durch die Coriolis-Kraft auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links abgelenkt werden. Sie werden zu stürmischen, aus Westen wehenden Winden, den Jetstreams.

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