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Freitag, 10.02.2012
Der Schatten eines Phantoms
Pendelbewegungen der Sterne verraten Planeten

Die Sonne war schon einige Zeit hinter den langgestreckten Bergrücken Arizonas versunken, allmählich wurden die ersten Sterne am klaren Novemberhimmel über den Patagonia-Mountains sichtbar.Das automatisierte Teleskop des Fairborn-Observatoriums begann nun seinen nächtlichen Dienst und drehte sich in sicherer Ruhe, bis das angepeilte Ziel im Bildfeld erschien: der unscheinbare Lichtpunkt HD 209458, ein sonnenähnlicher Stern in der Konstellation Pegasus.

Planetenschatten auf einem Stern 
Planetenschatten auf einem Stern
© Lynette Cook, NASA
In jener Nacht des 7. November 1999 wollte der Astronom Greg Heury von der Staats-Universität Tennessee einen entscheidenden Test durchfuhren.Nur zwei Tage zuvor hatten seine als Planeten-Entdecker sehr erfolgreichen Kollegen Paul Butler und Geoffrey Marcy sowie der kalifornische Astronom Steve Vogt am riesigen Keck-I-Teleskop auf Hawaii eine sehr schwache, aber regelmäßige Pendelbewegung um den kleinen Stern registriert. Ein unsichtbares Objekt musste also diese Sonne umkreisen und sie durch ihren gravitativen Zug stets ein wenig aus dem Gleichgewicht bringen.

Sofort rechneten die Forscher nach und fanden heraus, dass hier ein Planet von 0,63 Jupitermassen mit rasender Geschwindigkeit um den 153 Lichtjahre entfernten Stern kreist. Ein Umlauf dauert nur dreieinhalb Tage! Wenn nun die Bahn des recht großen Himmelskörpers günstig verlief, nämlich genau so, dass irdische Astronomen direkt auf ihre Kante blicken, sollte der Planet am 7. November präzise vor der hellen Kugel seines Heimatsterns vorüberziehen - eine Art kleine Sonnenfinsternis. Greg Henry hatte sich vorgenommen, den dabei entstehenden Lichteinbruch zu messen. Alle früheren Versuche waren fehlgeschlagen, weil die Bahnlage bei keinem Mal eine solche Finsternis zuließ.

Würde es diesmal klappen? Der entscheidende Moment rückte näher, die Spannung wuchs und schließlich fiel die Helligkeit von HD 209458 tatsächlich ab, um rund 1,7 Prozent. Das war's! Hier hatte sich endlich ein bisher nie gesehenes Phantom ganz schwach, aber eben doch messbar, als fremde Welt um eine ferne Sonne bemerkbar gemacht. "Dieser Planetenvorübergang ereignete sich exakt zu der aus Marcys Beobachtungen vorhergesagten Zeit", kommentierte Henry die Entdeckung begeistert. "Das bestätigt absolut die Gegenwart eines Begleiters und bedeutet, dass unsere indirekten Beweise für Planeten, also die Veränderungen in der Radialgeschwindigkeit des Sternes, wirklich Planeten zuzuschreiben sind. Wir haben im Wesentlichen den Schatten des Planeten gesehen."

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