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Sonntag, 14.03.2010
Lebensraum Permafrost
Extreme Bedingungen

Permafrostlandschaft mit Schmelzwasserseen 
Permafrostlandschaft mit Schmelzwasserseen
© Geological Survey Canada
Menschen, Fauna und Flora wird in Permafrostgebieten viel abverlangt. Der Boden bietet keine optimale Grundlage für Leben. Im Winter ist er steinhart gefroren und im Sommer staut sich das Schmelzwasser in der Auftauschicht. Pflanzen müssen deshalb sowohl widerstandsfähig gegen Kälte sein als auch ein Zuviel an Nässe ertragen. Auf den sumpfigen Flächen siedelt sich oft Torfmoos an, das an diese Bedingungen optimal angepasst ist.

Anpassung ist alles in einem so extremen Lebensraum. Die Artenvielfalt ist deshalb auch nicht so üppig und nur wenige Spezialisten halten die Stellung. Von den Baumarten dominiert in Mittel- und Ostsibirien besonders die Lärche, in Nordamerika außerdem die anspruchslose Schwarzfichte. An eine Artenvielfalt wie in Laubmischwäldern ist nicht im entferntesten zu denken.

Die Tragfähigkeit der Vegetation in den baumlosen Tundren ist gering. Wegen der niedrigen Temperaturen bleiben Pflanzenreste einfach auf dem Boden liegen und werden so gut wie gar nicht von Bakterien zersetzt. Deshalb sind nur wenig Nährstoffe verfügbar für neues Pflanzenwachstum. Zerstörte Vegetationsdecken können sich so nur sehr langsam erholen. Eine Übernutzung durch den Menschen kann die Zerstörung der Pflanzendecke noch beschleunigen.

Obwohl die polnahen Gebiete so unwirtlich sind, leben hier immerhin 3,5 Millionen Menschen. Allein in Russland sind es 200.000 Menschen, deren Familien traditionell mit diesem Lebensraum verbunden sind. Sie haben sich mit den extremen Bedingungen abgefunden und ihren Lebensstil daran angepasst. Als Hirten und Nomaden ziehen die meisten von ihnen durch die Tundra- und Taigalandschaften Sibiriens.

Bodensackung an Eisenbahngleisen 
Bodensackung an Eisenbahngleisen
© Geological Survey Canada
Das ökologische Gleichgewicht gerät jedoch immer mehr ins wanken. Zu viele Menschen sind in die Gebiete gezogen, angelockt von den Bodenschätzen und der Aussicht auf Arbeit. Für sie errichtete man Straßen und Gebäude, die schon allein durch den Druck, den sie auf den Boden ausüben, den Dauerfrost zum schmelzen bringen. Ohne Schutzvorrichtungen kämen die Häuser ins Rutschen. Eine zunehmend tiefer greifende Auftauschicht löst Bodensenkungen aus, die wiederum Risse und Verkippungen an Gebäuden verursachen.

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