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Freitag, 10.02.2012
Lernen (wie) im Traum?
Lernen, Denken, Träumen...

Es ist dunkel, alles schläft und die Stille wird nur unterbrochen durch ein leises Gemurmel: Eine Tonbandstimme spricht mit beruhigender Stimme Vokabeln in das Ohr der Schlafenden. Wir befinden uns nicht in einer Szene aus Aldous Huxleys Roman "Schöne neue Welt" sondern im Schlaflabor der Universität von Arizona. Die Schläfer sind Teilnehmer eines Tests, mit dem herausgefunden werden soll, ob wir im Schlaf lernen oder nicht.

Besonders in den 1970er und 80er Jahren geisterte die Theorie des "Im Schlaf Lernens" durch die Medien und sorgte für reißenden Absatz entsprechender Kassetten. Ziemlich schnell stellte sich allerdings heraus, dass dieser vermeintlich so leichte Weg zu mehr Wissen leider nicht wirklich funktionierte.

Lernen im Traum? 
Lernen im Traum?
© Hemera
Auch die Tests im Schlaflabor beweisen dies: Probanden, denen im Schlaf Wortlisten vorgespielt werden, erkennen anschließend diese "gelernten" Worte nicht wieder, ihre Reaktion unterscheidet sich in nichts von derjenigen auf komplett neue Worte. Auch zahlreiche ähnliche Studien haben immer das Gleiche ergeben: Offensichtlich ist unser Gehirn im Schlaf und Traum so sehr von der Außenwelt abgeschottet, dass Reize von außen nicht aufgenommen und verarbeitet werden können.

Träumen, um zu lernen?
Der Traum vom Lernen im Schlaf scheint damit endgültig ausgeträumt - oder doch nicht? In jüngster Zeit mehren sich die Hinweise dafür, dass Schlaf, und besonders der Traumschlaf, sehr wohl eine entscheidende Rolle für unser Lernen spielen könnte.

In Labyrinthversuchen mit Ratten stellten Wissenschaftler fest, dass die Tiere, die nach einer Trainingsphase einige Stunden ungestört schlafen durften, beim nächsten Training erheblich besser abschnitten als Artgenossen, die am Schlafen gehindert worden waren. Andere Versuche ergaben, dass Hippocampuszellen im Schlaf nach einem Labyrinthlauf in einem ähnlichen Muster feuerten, wie während des Versuchs - sie schienen das Gelernte gleichsam zu "rekapitulieren". Gleichzeitig schien sich auch der Anteil des REM-Schlafs am Gesamtschlaf bei den Versuchstieren zu erhöhen, die zuvor Lernaufgaben lösen mussten.

Ähnliches scheint auch für den Menschen zu gelten: In einem Test zum motorischen Lernen stellten Forscher der klinischen Forschergruppe Neuroendokrinologie der Universität Lübeck fest, dass Probanden um so besser lernten, je mehr Zeit sie nach den Trainingseinheiten im REM-Schlaf verbringen konnten. Umgekehrt scheint der selektive Entzug von REM-Schlaf den Lernfortschritt sowohl in motorischen als auch in einigen Wahrnehmungstests zu hemmen.

Tetris als Forschungswerkzeug
Tetris - das Spiel mit den fallenden geometrischen Formen - ist ein Klassiker des Computerspielzeitalters. Jetzt könnte es sich auch zu einem Klassiker der Schlafforschung entwickeln. Mit Hilfe dieses Spiels gelang es Robert Stickgold und seinem Team von der Harvard Medical School die Träume ihrer Probanden zu beeinflussen - und den Lerneffekt des Ganzen zu belegen. Mehrere Stunden am Tag mussten die Probanden sich an diesem auf Schnelligkeit und räumlicher Wahrnehmung beruhenden Spiel versuchen. Im Schlaflabor wurden dann allnächtlich ihre Träume untersucht.

Mit erstaunlichem Ergebnis: 17 der 27 Probanden sahen tatsächlich in der ersten Stunde nach dem Einschlafen im Traum fallende Tetris-Teile - interessanterweise aber erst ab der zweiten Versuchsnacht. Stickgold interpretiert dies Ergebnis so: "Es scheint, dass das Gehirn mehr Zeit braucht, um zu entscheiden: ‚Okay, das ist etwas, mit dem ich mich nach dem Einschlafen beschäftigen muss'."

Und noch ein Ergebnis überraschte die Forscher: Diejenigen, die in der ersten Trainingseinheit am schlechtesten abschnitten, sahen im Traum mehr Tetris-Blöcke als diejenige

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