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Dienstag, 16.03.2010
Hin und Weg
Beeindruckende Leistungen

Jeder kennt sie, die Zugvögel: In Scharen kann man sie jeden Herbst verabschieden und wir wissen, wenn sie zurückkehren, beginnt bei uns der Frühling. Aber was bewegt all diese Vögel dazu, sich einmal im Jahr aufzumachen und fast nonstop bis nach Afrika oder Asien zu fliegen? Die Antwort ist: das Überleben. In den kalten mittel- und nordeuropäischen Wintern bietet die Natur nicht für alle Vögel genug Nahrung. Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten, Fröschen oder Mäusen und die sind in der kalten Jahreszeit nicht zu finden. Daher nutzen die Vögel ihre Fähigkeit zu Fliegen und machen sich aus dem Staub, in Gebiete der Erde, in denen es mehr zu fressen für sie gibt.

Nur wenige Arten bleiben zurück. Diese kommen mit dem Nahrungsangebot unseres Winters aus, einige Meisen und Finken zum Beispiel. Sie werden als Standvögel bezeichnet und ernähren sich im Winter in erste Linie von Samen und Früchten.

Zugvögel 
Zugvögel
© NASA
Bis zu ihrem Überwinterungsgebiet fliegen viele Zugvögel mehrere tausend Kilometer, andere nur ein paar hundert. Die Küstenseeschwalbe ist in dieser Beziehung der Rekordhalter, sie verbringt den Sommer in nordpolaren Gebieten und den Winter in der Treibeiszone der Antarktis, immer da, wo die Sonne gerade scheint. Das heißt, sie legt jährlich eine Distanz von zirka 40.000 Kilometern zurück. Fast so gut ist der Regenpfeifer, er bringt es immerhin im Jahr auf 36.000 Kilometer. Rauchschwalbe und Steinschmätzer wandern ebenfalls 30.000 bis 50.000 Kilometer im Jahr. Aber auch die Kleinsten unter den Vögeln legen bemerkenswerte Strecken zurück, der Rubinkehlkolibri zum Beispiel fliegt bis zu 1.000 Kilometer nonstop über den Golf von Mexiko.

Auf diesen Langstreckenflügen liegt die durchschnittliche Flughöhe der Tiere bei 300 bis 1.000 Metern. Dabei fliegen große Vögel in der Regel höher als kleine. Graue Kraniche können sogar zwischen 5.000 und 7.000 Metern hoch fliegen. Eine Wildgans-Art liegt mit ihrem Höhenflug am weitesten vorn, sie überquert den Himalaja. Dabei ist in dieser Höhe der Sauerstoffgehalt der Luft so gering, dass die Gänse eigentlich eine Sauerstoffflasche bräuchten, statt dessen ist ihr Blut an diese besondere Belastung angepasst. Es kann besonders viel Sauerstoff speichern.

Auf ihrer Reise sind Zugvögel mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 bis 95 Kilometern pro Stunde in der Luft unterwegs. Dabei fliegen manche alleine, so zum Beispiel viele Singvögel, andere fliegen im Schwarm. Das bekannteste Beispiel hierfür sind die Wildgänse in ihrer V-Formation.

Viele Zugvögel fliegen zudem nachts, dann gibt es weniger kräfteraubende Turbulenzen in der Luft und es ist kühler, der Flug kostet nicht so viel Energie. Störche hingegen müssen tagsüber fliegen, da sie auf die Thermik über dem Boden angewiesen sind.

Wie man sieht, hat der Vogelzug viele Variationen. Dabei handelt es sich aber nicht um besondere Launen der Natur, sondern um das Ergebnis der Evolution. Denn alle Vögel haben das Zugverhalten entwickelt, mit dem sie am besten Überleben können.

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