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Sonntag, 21.03.2010
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Auf der ganzen Welt fliegen jedes Jahr die Zugvögel in ihre Winterquartiere und im darauffolgenden Frühjahr wieder zurück ins Brutgebiet. Der Grund dafür ist der zeitweilige Nahrungsmangel, vor allem für insektenfressende Tiere, in der kalten Jahreszeit. Die von den Vögeln bei diesem Zug zurückgelegten Distanzen betragen meist mehrere tausend Kilometer, dabei fliegen sie in der Regel in 300 bis 1.000 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit zwischen 50 und 95 Stundenkilometern. Die Vögel, die im Winter nicht fortziehen, nennt man Standvögel.


  • Auf dem Weg in den Süden lauern viele Gefahren auf die Zugvögel: Gebäude, Strommasten und Jäger können den Tod bringen. Zudem ist die Zerstörung von Rast- und Überwinterungsplätzen für einen Rückgang der Zugvögel verantwortlich. Nicht zuletzt besteht für die europäischen Zugvögel eine Bedrohung durch zunehmend mildere heimische Winter. Diese führen dazu, dass mehr Standvögel die kalte Jahreszeit überleben und damit eine höhere Konkurrenz um Nahrung bei der Rückkehr der Zugvögel besteht. Da diese von der Reise geschwächt sind, verhungern sie zuerst.


  • Der Vogelzug ist in zeitlicher und räumlicher Länge genetisch festgelegt. Es handelt sich dabei um eine polygene Vererbung, das heißt, die genetische Kombination von Standvogel- bzw. Zugvogelverhalten bestimmt die Zuglänge. Je größer der genetische Anteil des Standvogelverhaltens ist, desto weiter fliegt der Vogel und umgekehrt. So erklärt sich das Phänomen des Teilzugs, bei dem Individuen einer Art unterschiedlich weit ziehen.


  • Die Selektion des Flugverhaltens geht bei Vögeln ungewöhnlich schnell, denn innerhalb von nur zirka 25 Generationen kann bei Mönchsgrasmücken aus einer Zug- eine Standvogelpopulation werden. Dies konnten Modelle der Vogelwarte Radolfzell nach Züchtungsexperimenten berechnen. Die Vögel sind damit offenbar, wie keine andere Tiergruppe, in der Lage, sich in ihrem Flugverhalten auch an schnell verändernde Umweltbedingungen anzupassen.


  • Zur Orientierung während des Flugs nutzen die Vögel das Magnetfeld der Erde, tagsüber die Sonne und nachts die Sterne oder den Mond. Außerdem prägen sie sich auffällige Landmarken auf ihrerer Flugstrecke ein, beispielsweise Flüsse und Berge.


  • Zugvögel brauchen während ihres langen Flugs sehr viel Energie. Um eine ausreichende Versorgung während des Fliegens zu gewährleisten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Vögel fressen sich für die Reise Fettreserven an. Eine Reihe von Singvögeln verbrennt unterwegs außerdem Teile ihrer Organe. Und um zusätzlich Energie zu sparen, hilft ein Flug in der klühlen Nacht oder mit Hilfe der Thermik tagsüber sowie das Fliegen in V-Formation.

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