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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Schmerz ist ein wichtiger Schutzmechanismus unseres Körpers. Er bewahrt uns vor schlimmeren Verletzungen und signalisiert, wenn etwas in unserem Organismus nicht stimmt.


  • Schmerz gehört zu den komplexesten Empfindungen des Menschen. An seiner Wahrnehmung und Verarbeitung sind nicht nur verschiedene Nerven und Gehirnbereiche beteiligt, sondern auch unterschiedliche Botenstoffe, Proteine und sogar Gene.


  • Schmerzsinneszellen in der Haut und anderen Geweben registrieren den Schmerz und senden Signale an das Rückenmark. Die Signale werden sowohl von besonders schnellen Fasern, als auch von „normal“ schnellen übertragen.


  • Es gibt kein Schmerzzentrum im Gehirn. Stattdessen sind mehrere Gehirnbereiche an der Verarbeitung der Schmerzreize beteiligt, darunter der Thalamus, der somatosensorische Kortex, das Limbische System und das Stirnhirn.


  • Der Organismus verfügt über ein körpereigenes Schmerzhemmsystem, dass sowohl über Nerven als auch über chemische Botenstoffe arbeitet. Opioide und andere Botenstoffe wirken an den Synapsen, indem sie an speziellen Bindungstellen andocken und die Schmerzweiterleitung blockieren.


  • Wie effektiv dieses Hemmsystem arbeitet, ist sowohl individuell verschieden als auch geschlechtsspezifisch. Einflussfaktoren sind hier neben Genen auch wieder vor allem Botenstoffe und die Anzahl ihrer Rezeptoren.


  • Hält ein Schmerz an, obwohl sein ursprünglicher Auslöser nicht mehr vorhanden ist, wird er chronisch. Die anfänglichen Schmerzreize haben das Nervensystem und den somatosensorischen Kortex des Gehirns dauerhaft verändert.


  • In Deutschland leiden schätzungsweise 20 Millionen Menschen unter chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen. Der Ursprung ihres Leidens wird oft nicht erkannt und noch häufiger nicht adäquat behandelt.

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