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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Nach Definition der Staudamm-Produzenten muss ein Großstaudamm höher als 15 Meter sein oder eine Speicherkapazität von über drei Millionen Kubikmeter Wasser haben.


  • Mehr als 45.000 davon sind bisher auf der Erde gebaut worden. Darüber hinaus existieren noch weit über 300 Megadämme, die in Bezug auf ihre Höhe (mehr als 150 Meter), ihr Dammvolumen oder das Speicherreservoir alle anderen Dämme weit übertreffen.


  • Fast 20.000 Großstaudämme gibt es heutzutage allein in China und jedes Jahr kommen neue hinzu. Den zweiten Platz in der Rangliste belegen noch immer die USA, mit über 5.500 dieser Großprojekte. Dann folgen die ehemalige Sowjetunion, Japan und Indien.


  • Vor allem in China, der Türkei, Südkorea und Japan sind auch an der Schwelle zum 21. Jahrhundert noch zahllose Staudammprojekte in Planung oder bereits im Bau. Das bekannteste ist der "Drei-Schluchten-Damm", der zurzeit am Jangtsekiang unter kanadischer Federführung entsteht. Trotzdem hat der Staudamm-Boom in den letzten Jahren stark abgenommen. Wurden im Zeitraum von 1950 bis Mitte der 70er Jahre jährlich bis zu 1.000 Staudämme in Betrieb genommen, ist diese Zahl mittlerweile auf weit unter 250 pro Jahr gefallen.


  • Nach einer Studie der World Commission on Dams (WCD) waren seit Beginn des Staudammbaus mindestens 40 bis 80 Millionen Menschen gzwungen, ihre Heimat wegen solcher Großprojekte für immer zu verlassen. Zwei Millionen, so schätzen Experten, kommen jährlich dazu.


  • Weit über 400.000 Quadratkilometer Fläche, das ist erheblich mehr als das Staatsgebiet Deutschlands oder das 4,5-fache der Größe Portugals, sind vom Wasser der Stauseen bedeckt. Obwohl damit nur circa 0,3 Prozent der gesamten Landfläche der Erde betroffen ist, sind die Schäden doch erheblich. Die überschwemmten Flusstäler zählten zu den fruchtbarsten Acker- Farmgebieten der Welt und beherbergten viele der vielfältigsten Wald- und Feuchtgebietsökosysteme.


  • Weit über 10.000 Menschen starben allein im 20. Jahrhundert bei den mehr als 200 Staudammzusammenbrüchen oder -überspülungen auf der ganzen Welt. Nicht eingerechnet in diese Statistik sind die Zahlen für China. Allein 100.000 bis 250.000 Tote, so schätzen neutrale Beobachter, forderte die Katastrophe, die im Jahr 1975 die chinesische Provinz Henan heimsuchte. Ein heftiger Taifun hatte damals die Region überfallen und zwei gewaltige Staudämme zerstört.


  • Aber nicht nur die Staudämme selbst, sondern auch Erdbeben, die von dem gewaltigen Gewicht der Wassermassen in den Speicherreservoirs ausgelöst werden, gefährden immer wieder die Bevölkerung. Mehr als 200 Menschen kamen beispielsweise Ende der 60er Jahre bei einem Erdbeben mit der Stärke von 6,2 auf der Richterskala in der Region um den Koyna-Damm in Indien ums Leben.

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