Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Klimaschäden
Wenn Stauseen Treibhausgase produzieren

"Strom aus Wasserkraft führt zu gravierenden Klimaschäden!" Diese provokante These der World Commission on Dams aus dem Jahr 1998 sorgte nicht nur in Fachkreisen sondern auch in breiten Teilen der Bevölkerung für Aufsehen.

Erde aus dem All 
Erde aus dem All
© NASA
Wie kann Energie, bei deren Erzeugung kaum Emissionen aus den Kraftwerken freigesetzt wird, den Treibhauseffekt unterstützen? Beim Füllen der Speicherseen an Staudämmen oder Talsperren werden in der betroffenen Region zum Teil gewaltige Flächen unter Wasser gesetzt. Ganze Dörfer, Pflanzen und Tiere, alles, was nicht rechtzeitig gerettet wird oder sich selbst retten kann, verschwindet dabei in den Fluten.

Für die klimatischen Auswirkungen der Stauseen ist diese Biomasse, die im See zerfällt, von entscheidender Bedeutung. Beim Zersetzungsvorgang der Organismen werden vor allem in flachen, sauerstoffarmen Gewässern große Mengen an Methan freigesetzt. Methan gehört zu gefährlichsten Treibhausgasen auf der Erde und übertrifft die klimaschädliche Wirkung von Kohlendioxid um ein Vielfaches.

Ist der Vorrat an Biomasse im See groß, ist es kein Wunder, dass ein Reservoir wie der Balbina in Brasilien allein im Zeitraum von 1988 bis 2008 das Achtfache an Treibhausgasen in die Atmosphäre schleudert, wie ein herkömmliches Kohlekraftwerk mit gleicher Leistung.

Verallgemeinern kann man diese für den Balbina-Stausee ermittelten Werte allerdings nicht. Wie die Experten der World Commission on Dams festgestellt haben, ist der unerwünschte Klimaeffekt an jedem Stausee sehr unterschiedlich ausgeprägt und manchmal fehlt er auch fast ganz...

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Staudämme
Billige Energie oder Vernichtung von Natur und Existenzen?
Giganten der Technik...
Staudämme und ihre Aufgaben
Unverwechselbar in Form und Gestalt
Welche Staudammtypen gibt es?
Energiegewinnung am Damm
Von Wehren, Staustufen und Speicherkraftwerken
Kampf gegen die todbringenden Fluten
Staudämme als Schutz gegen Überschwemmungen
Vertreibung, Hunger und Krankheit
Staudamm versus Mensch
Die Rache des Flusses
Der Verlust der Sedimente und die Folgen
Von Erosion und Artensterben
Auswirkungen auf das Flusssystem und seine Bewohner
Keine Rettung vor Jahrhundertfluten
Staudämme und der Hochwasserschutz
Klimaschäden
Wenn Stauseen Treibhausgase produzieren
Mehr als ein Wunderwerk der Technik...
Der Damm der Superlative
Streit um den "Drei-Schluchten-Damm"
Probleme und Mängel des Projektes
Staudämme: Retter oder Monster?
"Für und Wider" der Wasserkraftnutzung
Von Sumerern, Römern und Singhalesen
Aus der Geschichte des Staudammbaus
Welt im Wandel
Der Boom des Dammbaus in den letzten 200 Jahren
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen