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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Die letzten großen Hochwasser ereigneten sich am Rhein 1993 und 1995. Als Jahrhunderthochwasser stiegen die Fluten damals auf fast elf Meter am Kölner Pegel. Der mittlere Wassergang beträgt hier normalerweise 3,48 Meter.


  • Die Kölner Altstadt sowie weiter Teile Koblenz wurden überflutet. Die Schäden beliefen sich 1993 auf 400 Millionen Euro.


  • Der Rhein ist Deutschlands längster und wasserreichster Fluss. Sein Einzugsgebiet ist mit 185.000 Quadratkilometern fünfmal so groß wie Baden-Württemberg. Im Unterlauf entspricht seine Wasserführung dem täglichen Trinkwasserverbrauch von 80.000 Menschen - pro Sekunde.


  • Hochwasser entstehen entweder durch die Schneeschmelze im Winter oder heftige Niederschläge im Sommer. Die Winterhochwasser treten nahezu jedes Jahr auf. Obwohl die Überschwemmungen im Sommer seltener sind, können diese ebenso verheerend sein. Die Elbeflut 2002 und die Oderflut 1997 wurden durch sommerliche Starkregenfälle ausgelöst.


  • Wie stark ein Hochwasser anschwillt, hängt vom Zusammentreffen der Flutwellen aus den Nebenflüssen ab. Wenn sich die Scheitelpunkte der Wasserführung von Neckar, Mosel und Sieg im Rhein vereinen, dann ist ein Hochwasser am Unterlauf vorprogrammiert.


  • Durch Flussbegradigungen, Uferbefestigungen, Staustufen und Ausbaggerungen der Fahrrinne hat der Mensch in den letzten Jahrhunderten starken Einfluss auf die Fließgeschwindigkeit des Rheins genommen. Entsprechend größer ist die Kraft des Wasser.


  • Seit Mitte des 19.Jahrhunderts wurde der Oberrhein um 82 Kilometer und der Niederrhein um 23 Kilometer verkürzt. Statt 65 Stunden braucht eine Flutwelle nur noch 25 Stunden von Basel nach Karlsruhe.


  • Durch die Eindeichungen wurde dem Rhein sein natürlicher Hochwasserpuffer, die Auen, genommen. Zur Hochwasserprävention werden heute diese Rückhalteflächen wieder hergestellt: Entweder durch die Rückverlegung der Deiche oder die Schaffung von künstlichen Flutungsbecken.


  • Bis 2020 sollen insgesamt 1.000 Quadratkilometer Überflutungsflächen geschaffen werden. Im Vergleich zu heute würde dadurch der Pegel von Extremhochwassern bis zu siebzig Zentimeter gesenkt.


  • Das Frühwarnsystem ELWIS kontrolliert am Rhein die Hochwassergefahr. Hunderte Messstationen überprüfen automatisch die Wasserstände und die Fließgeschwindigkeit von Rhein und seinen Nebenflüssen. Die Vorwarnzeit bei drohenden Katastrophen konnten so in den letzten Jahren um fünfzig Prozent gesteigert werden. An der Mündung beträgt sie heute bis zu drei Tage.

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