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Freitag, 10.02.2012
Gefährdet, bedroht, ausgestorben?
Haie vor dem Aus?

Gefräßiger Killer? - Der weiße Hai 
Gefräßiger Killer? - Der weiße Hai
© Carl Roessler
Weißer Hai, Riesenhai, Walhai, Schokoladenhai oder Heringshai - So unterschiedlich diese Arten in Bezug auf die Ernährung oder das Verhalten auch sein mögen, eines haben haben sie gemeinsam: Sie stehen alle auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten der IUCN. Insgesamt sind es heute elf Haiarten die unmittelbar vom Ausserben bedroht sind, 70 weitere gelten als gefährdet.

Wie schlimm es um die Haie steht, macht eine vor kurzem im Wissenschaftmagazin Science erschienene Studie der Dalhousie University in Halifax, Kanada deutlich. Die Wissenschaftler haben die Logbücher von Fischern analysiert und dabei festgestellt, dass die Haibestände im Nordwestatlantik in wenigen Jahren dramatisch geschrumpft sind. Einige Arten, so die Forscher, stehen zumindest in dieser Region kurz vor dem endgültigen Aus.

"Bei allen untersuchten Haiarten mit Ausnahme der Makos mussten wir einen Rückgang der Populationen um mehr als 50 Prozent in den letzten acht bis 15 Jahren registrieren", sagt Julia Baum die Leiterin der Studie am Biology Department der Universität. Wie die Forscher weiter berichten, sind die Hammerhaie besonders schlimm von der Krise betroffen. Bei ihnen beobachteten die Meeresbiologen eine Verringerung der Bestände um fast 90 Prozent seit 1986. Auch beim Weißen Hai und beim Blauhai ist die Situation bei einem Rückgang von 79 und 60 Prozent nur unwesentlich besser. Lediglich der Mako kam mit einem Rückgang um rund einem Drittel einigermaßen moderat davon.

Die Forscher führen diesen Zusammenbruch der Haibestände vor der Küste Kanadas und der USA in erster Linie auf die explosionsartige Vergrößerung der Fischereiflotten in den letzten 20 Jahren zurück. Vor allem der Langleinenfischerei fallen nach ihrer Ansicht viele Haie zum Opfer.

Julia Baum und ihre Kollegen betonen, dass sie mit ihren Untersuchungen Neuland betreten haben, weil exakte Daten über die verschiedenen Hai-Bestände bisher fast völlig fehlen. "Bei den meisten Arten im Nordwestatlantik wusste man bisher nicht einmal, ob die Populationen wachsen oder schrumpfen", sagt Baum. "Wir wollten herausfinden, welcher Trend zu erkennen ist, um dann gezielt etwas zum Schutz der Tiere tun zu können."

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