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Freitag, 10.02.2012
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Gerade mal 0,6 Prozent des gesamten irdischen Wasser ist flüssiges Süßwasser und damit potenziell als Trinkwasser nutzbar. Der Rest ist Meerwasser oder als Eis in Gletschern und Polkappen gebunden.


  • Weltweit entwickelt sich Trinkwasser immer mehr zur Mangelware. Schon jetzt leiden mehr als zwei Milliarden Menschen unter Wasserknappheit, in der Mitte dieses Jahrhunderts könnten nach Schätzungen der UNESCO bis zu sieben Milliarden Menschen von akutem Wassermangel betroffen sein.


  • Deutschland ist eines der süßwasserreichsten Länder der Erde. 182 Milliarden Kubikmeter Wasser stehen jedes Jahr zur Verfügung. Genutzt wird davon nur rund ein Viertel.


  • In Deutschland stammen fast 80 Prozent des Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser, nur rund 20 Prozent aus dem Wasser von Flüssen oder Seen. In Ländern des angloamerikanischen Raums ist es umgekehrt.


  • Im Gegensatz zu Oberflächengewässern ist Grundwasser gepuffert: Trockenperioden wirken sich höchstens mit zeitlicher Verzögerung aus, die meterdicke schützende Bodendecke filtert einen Teil der Schadstoffe aus dem Sickerwasser heraus.


  • Der erste Weltwasserreport der UNESCO hat die Wasserqualität von 122 Ländern verglichen. Deutschland landete dabei abgeschlagen auf dem 57. Rang. Bewertungskriterien waren Menge und Güte des Süßwassers, insbesondere des Grundwassers, die Abwasserbehandlung und das Einhalten der Umweltgesetze.


  • Die intensive Landwirtschaft ist in Deutschland eine der Hauptquellen von Schadstoffen im Grundwasser. Neben Pflanzenschutzmitteln ist es vor allem das Nitrat aus Düngemitteln, dass in einigen Regionen immer wieder für eine Überschreitung der Grenzwerte sorgt.


  • In vielen Regionen Deutschlands sind die Leitungen so löchrig, das lokal bis zur Hälfte des gesamten Wassers ungenutzt im Untergrund versickert. Ursache ist unter anderem die chronische Finanznot der kommunalen Wasserversorger.


  • Deutschland hat den höchsten Wasserpreis weltweit: Umgerechnet 1,91 US-Dollar pro Kubikmeter müssen die deutschen Verbraucher für das kostbare Nass zahlen. Finnen und Italiener zahlen knapp die Hälfte, Amerikaner und Kanadier sogar nur gut ein Viertel dieser Summe.


  • Eine Liberalisierung des Wassermarktes - analog zum Strommarkt - ist in Deutschland seit Jahren in der Diskussion, stößt aber bislang auf starken Widerstand. Dennoch sehen einige darin einen Weg zu günstigeren Preisen und effektiverer Versorgung.

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