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Donnerstag, 28.07.2016
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Grenzwertiges...

Was ist was und wieviel im deutschen Trinkwasser?

Auch wenn Deutschlands Wassersituation international eine peinliche Schlappe erlitten hat, das deutsche Trinkwasser ist dennoch eines der gesündesten im weltweiten Vergleich. Mit dafür verantwortlich sind die strengen Grenzwerte: Die in Deutschland im Januar 2003 in Kraft getretene neue Trinkwasserverordnung gilt als der schärfste verbindliche Trinkwasserstandard der Welt.

Trinkwasser

Trinkwasser

Und das deutsche Trinkwasser scheint diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden: Nach Angaben der Umweltbehörden kommen Grenzwertüberschreitungen in weniger als einem Prozent aller untersuchten Proben vor. Eine Ausnahme bildet allerdings Nitrat: Besonders in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft sind bis zu 40 Prozent des oberflächennahen Grundwassers bereits durch erhöhte Nitratwerte belastet. Dieses Problem spiegelt sich daher auch im Trinkwasser wieder: In immerhin 3,25 Prozent aller Proben wurden die Grenzwerte überschritten.

Hier ein Überblick über einige ausgewählte Grenzwerte und ihre Bedeutung:

Coliforme Bakterien


Grenzwert 0 mg/l
Darm-Bakterien gelangen vor allem über Fäkalien oder Gülle in den Untergrund. Die meisten von ihnen werden jedoch schon auf dem Weg ins Grundwasser aufgehalten, der Boden wirkt hier wie ein Filter.

Blei


Grenzwert 0,01 mg/l
Blei ist wie Cadmium und andere Schwermetalle sehr toxisch. Im Trinkwasser stammt es sehr häufig aus bleihaltigen Rohrleitungssystemen.

Chrom


Grenzwert 0,05 mg/l
Chrom ist als Spurenelement für den Menschen essentiell, viele Chromsalze sind dagegen hochgiftig: Cr(VI)-Verbindungen gelten heute als hochgradig krebserregend. Sie sind im Trinkwasser nur äußerst selten, oft und in hohen Konzentrationen dagegen in Industrieabwässern aus Metallbeizereien und Galvanikbetrieben nachzuweisen.

Cadmium


Grenzwert 0,005 mg/l
Cadmium ist ein toxisches Schwermetall. Es kann vom Trinkwasser bei längerer Stagnation in Rohren aufgenommen werden.

Eisen und Kupfer


Grenzwert 0,2 / 2 mg/l
Kupfer und Eisen sind zwar ebenfalls essentiell, doch verleihen diese Stoffe dem Wasser einen unerwünschten metallischen Geschmack. Ein hoher Eisengehalt führt außerdem zu unerwünschten Ablagerungen im Leitungsnetz.

Nitrat


Grenzwert 50 mg/l
Nitrat gelangt vor allem aus der Landwirtschaft ins Grundwasser, es ist in Gülle und Düngemitteln enthalten. Bei der Versickerung wird es vom Boden nicht aufgehalten und hat daher vielerorts bereits zur Überschreitung der Grenzwerte im Trinkwasser geführt. Nitrat kann sich unter bestimmten Bedingungen in Nitrit und im Körper auch in krebserregende Nitrosamine umwandeln und ist im Trinkwasser daher potenziell gesundheitsschädlich.

Nitrit


Grenzwert 0,5 mg/l
Die Summe aus Nitratkonzentration in mg/l geteilt durch 50 und Nitritkonzentration in mg/l geteilt durch drei darf nicht höher als ein mg/l sein. Am Ausgang des Wasserwerks darf der Wert von 0,1 mg/l für Nitrit nicht überschritten werden.

Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte insgesamt


Grenzwert 0,0005 mg/l
Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft gehören zu den problematischsten Schadstoffen des Grundwassers. Sie bilden im Untergrund oft neue, noch giftigere Verbindungen. Für diese Substanzen wurden daher inzwischen sowohl Einzelgrenzwerte wie auch Summengrenzwerte erlassen. Für jedes einzelne Mittel gilt ein Grenzwert von jeweils 0,0001.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe


Grenzwert 0,0001 mg/l
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder PAKs (z.B. Naphthalin aus Mottenkugeln) stammen hauptsächlich aus der Destillation von Erdöl oder Kohle und wurden früher wegen ihrer toxischen Wirkung oft als Imprägniermittel verwendet.

Trihalogenmethane


Grenzwert 0,05 mg/l
Mehr als die Hälfte aller Schadstoffe im Grundwasser gehören zu den halogenierten Kohlenwasserstoffen. Diese meist als Lösemittel eingesetzten Verbindungen werden vom Boden kaum zurückgehalten und können daher auch ins Trinkwasser gelangen.

Stand 06.06.2003