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Donnerstag, 17.05.2012
Mehr als nur Geschichte
Keine Erfindung der Neuzeit

 Stadt im Mittelalter
Stadt im Mittelalter
© IMSI MasterClips
Schutzbestimmungen für Heilpflanzen, Schonbezirke für Wildtiere, die Reinhaltung des Trinkwassers oder Betretungsverbote für Wälder - wer glaubt schon, dass dies Regelungen aus dem Mittelalter sind. Heute mögen die Bestimmungen ausgefeilter sein und anders heißen, doch prinzipiell hat es Naturschutz schon immer gegeben.

Der Zweck heiligt die Mittel
Allerdings war dieser Schutz eher eine Frage des Zufalls und die Motivation vornehmlich durch wirtschaftliche Interessen oder hygienisch-medizinische Aspekte bestimmt. Die Schonbezirke für Wildtiere wurden für den Adel als reicher Jagdgrund eingerichtet, die Reinhaltung von Trinkwasser beschränkte sich zumeist auf die Brunnen und die Heilpflanzen waren häufig nur im Klostergarten geschützt. Neben diesem punktuellen Schutz war das Mittelalter zugleich von großflächiger Ausbeutung der Natur bestimmt: riesige Waldflächen wurden abgeholzt, Abwässer von Färbereien gelangten ungeklärt in Flüsse und die Natur wurde als ein gut bestückter Selbstbedienungsladen betrachtet.

Mit dem Heimatschutz fing alles an
 Luftverschmutzung
Luftverschmutzung
© IMSI MasterClips
Ein Bewusstsein für die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und die Sensibilität von Ökosystemkreisläufen entwickelte sich erst innerhalb der letzten 100 Jahre. Denn mit dem Beginn der Industrialisierung ließ sich die Umweltverschmutzung kaum noch ignorieren: In den Ballungszentren verpesteten große Fabriken die Luft, Abfallberge wuchsen in den Himmel und Flüsse verwandelten sich in stinkende Kloaken. Die Heimatschützer waren allerdings Ende des 19. Jahrhunderts lediglich um die Schönheit und den Erholungswert der Landschaft besorgt - auch hier noch kein Gedanke, dass die Natur insgesamt bedroht sein könne.

Gesetze und Schutzgebiete
Das Preußische Landschaftsschutzgesetz von 1902, die Weimarer Verfassung und das Reichsnaturschutzgesetz von 1935 waren erste Schritte auf dem Weg zu einem staatlich organisierten Schutz der Natur. Der "Bund für Vogelschutz" wurde 1899 gegründet, der Naturschutzpark "Lüneburger Heide" 1921 eingerichtet und 1925 der erste "Deutsche Naturschutztag" durchgeführt. Die Weltwirtschaftskrise und der 2.Weltkrieg ließen die Naturschutzbewegung allerdings wieder ins Stocken geraten.

Nachhaltigkeit und Agenda 2000
Erst in den 1970er Jahren erhielt der Naturschutz neue Impulse. Durch die erkannten Probleme der wachsenden Weltbevölkerung, die starke Umweltverschmutzung und die Risiken der Kernenergie setzte sich erstmalig die Erkenntnis durch, dass die natürlichen Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Erstmalig wird 1992 durch die Konferenz von Rio und der Agenda21 ein weltumspannendes Bündnis für die Natur geschaffen. Der dort geprägte Begriff "Nachhaltigkeit" bedeutet, die Erde für zukünftige Generationen lebenswert zu erhalten, ohne unsere Bedürfnisse in der Gegenwart zu vernachlässigen.

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