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Sonntag, 18.11.2018
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Wie sparsam sind A+++ Kühlschränke wirklich?

Energieeffizienz

Energieeffizienz ist ein Thema mit steigender Brisanz, denn bis zum Jahr 2050 wird die Nachfrage nach Energie um 70 bis 100 Prozent steigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jeder deutsche Bürger bei der Reduktion des Energiebedarfs hilft. Dies ist für die deutschen Haushalte aber noch aus einem zweiten Grund sinnvoll: Aufgrund der steigenden Nachfrage, schießen die Kosten für Energie in die Höhe. Wer also Energie im Alltag einspart, spart damit auch bares Geld. Die Energieeffizienzklassen, welche seit dem Jahr 1994 bestehen und mittlerweile obligatorisch alle elektronischen Geräte kennzeichnen müssen, spielen diesbezüglich eine tragende Rolle. Sie sollen für die Verbraucher also auf den ersten Blick erkenntlich machen, welche Geräte sparsamer sind – und welche nicht. Doch wie viel sagt es wirklich aus, wenn ein Kühlschrank das Label A+++ trägt?
Energieeffizienz ist ein Thema mit steigender Brisanz.

Energieeffizienz ist ein Thema mit steigender Brisanz.

Energieeffizienz bei Geräten im Dauerbetrieb


Die Energieeffizienzklassen gab es ursprünglich von A bis G. Jedoch hat der technische Fortschritt erwirkt, dass neue Geräte plötzlich effizienter waren als die Kennzeichnung A. Also wurde die Kennzeichnung A+ erfunden, anschließend A++ und mittlerweile ist bereits A+++ als sparsamster Standard eingeführt. Da diese Art der Zählweise jedoch unübersichtlich ist und nicht ewig fortgeführt werden kann, soll zum Jahr 2020 auf die Buchstaben A bis G zurückgekehrt werden. Bis dahin gilt jedoch nach wie vor A+++ als die beste Energieeffizienzklasse, welche derzeit auf elektrischen Geräten zu finden ist. Viele Menschen richten ihre Kaufentscheidung mittlerweile auch an dieser Energieverbrauchskennzeichnung aus. Vor allem bei Geräten im Dauerbetrieb, beispielsweise eben dem Kühlschrank, soll A+++ schließlich hohe Einsparungen bei den Energiekosten ermöglichen. Aber stimmt das?

Wie viel spart der Kühlschrank mit A+++?


In Deutschland dienen die Energieeffizienzklassen bislang nur als Anhaltspunkt für die Verbraucher. Die Schweiz ist hingegen schon einen Schritt weiter, sodass hier seit dem Jahr 2013 nur noch Kühlschränke mit einem Standard von mindestens A++ verkauft werden dürfen. Viele Deutsche wissen aber nicht, was die unterschiedlichen Kennzeichnungen wirklich aussagen. Das schürt Verunsicherung, ob sich die Investition in einen teureren A+++ Kühlschrank wirklich amortisiert. Das Problem an der Sache ist: Im Labor wird der Stromverbrauch elektrischer Geräte unter Optimalbedingungen getestet – ein Staubsauger also beispielsweise beim Staubsaugen ohne Schmutz oder ein Kühlschrank ohne Inhalt. Dennoch beweisen auch Messungen unter realen Bedingungen, dass es durchaus einen beachtlichen Unterschied beim Energieverbrauch gibt.

So verbraucht ein Kühlschrank mit Kennzeichnung A+ beispielsweise 330 kWh pro Jahr und kostet damit etwa 89 Euro. Bei einer geschätzten Lebensdauer von zehn Jahren, fallen für den Kühlschrank also laufende Kosten von 890 Euro an. Bei einem Gerät der Energieeffizienzklasse C wären es sogar 1.130 Euro und bei einem Kühlschrank A+++ hingegen nur 430 Euro in zehn Jahren bei einem Anschaffungspreis von ungefähr 600€. Somit refinanzieren sich die Mehrkosten für effizientere Geräte meist schon nach vergleichsweise kurzer Zeit.

Eine Skala mit maximal zehn Klassen zeigt die Energieeffizienz: vom ungünstigen G bis zum Top-Wert A+++. Bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es heute allerdings nur noch die drei Effizienzklassen A+, A++ und A+++.

Eine Skala mit maximal zehn Klassen zeigt die Energieeffizienz: vom ungünstigen G bis zum Top-Wert A+++. Bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es heute allerdings nur noch die drei Effizienzklassen A+, A++ und A+++.

Wann lohnt sich der Kauf von A+++ Kühlschränken?


Wie bereits erwähnt, handelt es sich dabei nur um Durchschnittswerte. Größere Modelle sowie jene mit Gefrierfach verbrauchen natürlich mehr Strom als kleinere Kühlschränke. Zudem schwanken die Energiekosten je nach Stromanbieter und auch die Gewohnheiten – beispielsweise also, ob der Kühlschrank häufig geöffnet wird und lange Zeit offen bleibt, sodass er anschließend stark nachkühlen muss – machen hinsichtlich der laufenden Kosten einen Unterschied. Auch die Füllmenge und Temperatureinstellung hat Einfluss auf den Stromverbrauch. Dennoch lässt sich als Faustformel festhalten: Ein Plus mehr hinter dem A spart etwa je 30 Prozent des Energiebedarfs ein. Gerade bei Geräten im Dauerbetrieb wie dem Kühlschrank lohnt sich die Investition in die beste Energieeffizienzklasse also im Regelfall. Werden anschließend noch Grundregeln wie das seltene und möglichst kurze Öffnen des Kühlschranks sowie das regelmäßige Abtauen der Gefriertruhe berücksichtigt, können die Einsparungen über zehn Jahre hinweg im drei- bis vierstelligen Bereich gegenüber weniger effizienten Elektrogeräten liegen. Beim Kauf von Kühlschränken im Internet oder einem Fachhandel sollten Verbraucher daher unbedingt auch auf die Energieverbrauchskennzeichnung achten und diese in ihre Kaufentscheidung einbeziehen.

Worauf beim Kauf von Kühlschränken noch geachtet werden muss


Die Energieeffizienzklassen sollten also beim Kauf eines Kühlschrankes auch berücksichtigt werden, jedoch stellen sie nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage dar. Ein weiterer wichtiger Punkt ist beispielsweise die Größe. Ein Kühlschrank sollte also so groß wie nötig, aber so klein wie möglich sein. So beträgt die durchschnittliche Größe für einen Kühlschrank in einem Singlehaushalt etwa 100 Liter Fassungsvermögen. Für jede weitere Person können dann 50 Liter hinzugerechnet werden. Eine Familie mit zwei Kindern benötigt also einen Kühlschrank mit etwa 250 Litern Kapazität. Zudem ist es natürlich auch stets eine Frage des Platzes und Geschmacks, wie groß das Gerät sein darf und um welche Art von Kühlschrank es sich handelt. Es gibt beispielsweise Side-by-Side-Kühlschränke oder Kühl-Gefrier-Kombinationen. Auch hier ist die Frage, ob ein bis drei in den Kühlschrank integrierte Gefrierfächer ausreichen oder ob stattdessen eine extra Gefriertruhe gekauft und beispielsweise im Keller angeschlossen werden soll. Bei dieser müssen aufgrund des Dauerbetriebs natürlich ebenfalls die Energieeffizienzklassen berücksichtigt werden.

Zuletzt spielt natürlich auch der Preis bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle, ebenso wie die Marke, die Zusatzfunktionen am Gerät oder Sonderaktionen wie eine Garantieverlängerung. Somit sind die Energieeffizienzklassen zwar wichtig und ein A+++ Kühlschrank kann durchaus eine Menge Geld sparen, jedoch ist die Auswahl an solch effizienten Geräten mittlerweile groß und die Preise schwanken stark, sodass bei der Kaufentscheidung auch andere Faktoren ausschlaggebend sind. Schlussendlich ist es das Gesamtpaket, welches stimmen muss.
(Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autor Daniel Theiss., 05.11.2018 - )
 
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