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Donnerstag, 20.09.2018
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Bioimplantate beim Zahnarzt

Sieht so die Zukunft des Zahnersatzes aus?

Zahnverlust kann jeden treffen, doch mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Einem Erwachsenen in Deutschland fehlen im Durchschnitt 2,7 Zähne. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Implantate helfen, Funktion und Ästhetik wiederherzustellen.

Über 90 % der Implantate heilen dauerhaft im Kiefer ein


Während der Zahnverlust in jungen Jahren hauptsächlich nach einem Unfall eintritt, ist jenseits des 40. Lebensjahres meist Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, der Auslöser. Eine weitere Ursache für Zahnverlust ist Karies. Ist die Zahnwurzel jedoch erst einmal beschädigt, wird zunächst eine Wurzelbehandlung vorgenommen, was jedoch nicht immer erfolgreich ist. In diesem Fall hilft nur der Gang zum Implantologen. Dieser spezialisierte Zahnarzt setzt dann künstliche Zahnwurzeln aus Titan oder Keramik ein. Das ist möglich für einen einzelnen Zahn, aber auch bei Totalverlust. In der klinischen Erfahrung von mehr als vier Jahrzehnten hat sich in der Implantologie gezeigt, dass rund 90 Prozent dieser künstlichen Zahnwurzeln dauerhaft im Kiefer einheilen. Der Vorteil gegenüber Zahnbrücken liegt darin, dass die Zähne nicht beschliffen werden müssen. Somit bleibt die Zahnsubstanz erhalten und Knochenschwund im Kiefer wird verhindert. Implantate werden von Zahnärzten oder Oralchirugen eingesetzt, die in der Regel Fortbildungen im Bereich Implantologie absolviert haben.

Implantate werden von den gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen


Ein Implantat besteht aus drei Teilen. Zum einen dem Zahnimplantat selbst, das fest im Knochen verankert wird. Auf den Pfosten wird anschließend die künstliche Zahnkrone gesetzt. Beide werden von einer Zugschraube miteinander verbunden. Je nach Ausgangslage und Patient haben die beiden Materialien Titan und Keramik jeweils Vor- und Nachteile. Aus reinem Titan bestehende Implantate weisen eine hohe Biokompatibilität auf, doch Patienten vertragen ebenso gut die Variante aus Keramik. Allerdings kann es bei starker Kaubelastung zu einem Brecher dieser Keramikimplantate kommen. Eine hohe Festigkeit garantiert das Camlog-Implantatsystem. Hier sorgt eine Tube-in-Tube-Verbindung für maximale Stabilität. Zudem garantiert die spezielle Oberfläche von Camlog-Implantaten eine Knochenheildauer in der Echtzeit von sechs Wochen. Der Eingriff ist minimalinvasiv. Implantate zählen nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen, weshalb die Kassen nur einen Zuschuss gewähren. Die tatsächlichen Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, doch ist pro Implantat mit einem Eigenanteil zwischen 1400 und 2300 Euro zu rechnen. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten, wenn ein entsprechender Tarif vereinbart wurde.

Liegt die Zukunft im Bioimplantat?


Manchmal müssen Titanimplantate aufgrund von Problemen wieder entfernt werden. Daher wird fieberhaft nach knochenähnlichen Materialien geforscht. Die Zukunft der Implantologie könnte so aussehen, dass in eine Hülle aus Titan oder Keramik Wachstums- oder Knochenzellen eingesetzt werden. Dieses Bioimplantat fördert den Knochenaufbau, baut jedoch nach einer gewissen Zeit alle Bestandteile ab, die nicht mehr benötigt werden. Spezielle Schrauben werden hierfür in einem Spritzgussverfahren hergestellt. Mit einem Komposit aus Polymilchsäure und Hydroxylappatit ist auch nicht zu befürchten, dass es zu den gefürchteten Löchern im Knochen kommt. In der Unfallchirurgie und Orthopädie kommt diese Technik bereits zum Einsatz. Zweitoperationen können so vermieden werden. Auf den Kiefer übertragen, könnten diese Bioimplantate das Ausbrechen des Knochens verhindern. Würde diese Technik in der Implantologie eingesetzt, wäre eine viel kürzere Regenerationsphase möglich.
( , 01.05.2018 - )
 
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