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Donnerstag, 21.06.2018
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Gesunde Zähne reduzieren das Krankheitsrisiko: Welcher Schutz notwendig ist

Zahnmedizin

Die Deutschen sind überversichert. Solche und ähnliche Aussagen hört man häufig. Jüngere Generationen sehen das mitunter anders und neigen viel eher dazu, sich nur geringfügig abzusichern, wenn überhaupt. Wie sinnvoll ist zusätzlicher Krankenschutz also wirklich? Mit dem neuen Heilmittelkatalog für Zahnärzte wird einmal mehr das Augenmerk auf die Mundgesundheit gelegt und damit erneut die Frage aufgeworfen, inwiefern Kiefer und Zähne tatsächlich abgesichert werden sollten: Alles nur Geldschneiderei oder notwendige Absicherung, die jeder haben sollte?
Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserem allgemeinen Gesundheitszustand.

Gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserem allgemeinen Gesundheitszustand.

Ernstfall Zahnersatz: Was übernimmt meine Krankenkasse?


Einige trotzen dem Klischee der Überversicherung, andere finden zusätzlichen Schutz wichtig. Wie aber können Verbraucher ihre Zähne überhaupt absichern und welche Leistungen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung? Grundlegend kann sich jede gesetzlich versicherte Person kostenfrei von einem Zahnarzt behandeln lassen. Viele Kassen übernehmen darüber hinaus mittlerweile ganz oder teilweise die Kosten der professionellen Zahnreinigung.

Wird jedoch Zahnersatz nötig, kann es schnell teuer werden. Laut Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese 50 Prozent der Kosten für eine eher zweckmäßige Standardtherapie. Kann man zusätzlich ununterbrochen über 5 Jahre Untersuchungen mittels Bonusheft nachweisen, übernimmt die Krankenkasse im Ernstfall statt 50 bereits 60 Prozent der Kosten für etwa Zahnersatz. Bei 10 Jahren durchgehender Vorsorge steigt der Satz auf 65 Prozent. Dafür muss man regelmäßig, mindestens aber einmal im Jahr, zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt erscheinen und so sein Bonusheft durchgängig pflegen. Ist der Rhythmus einmal unterbrochen, beginnt man von Neuem. Das Bonusheft zu pflegen und eine durchgehende Stempelhistorie vorweisen zu können, beruhigt viele Bürger.

Darüber hinaus bieten viele Krankenkassen Bonusprogramme an. Gefördert wird eine aktive und gesunde Lebensweise mit Prämien oder Punkten, z.B. durch die Teilnahme an Gesundheitskursen. Die Boni oder Geldwerte können im Anschluss für Maßnahmen wie Akupunktur, Brille, Osteopathie oder eben Zahnersatz sowie Kronen verwendet werden.

Entscheidungshilfen im Dschungel der Versicherungen


Leistungen, Bonusprogramme, Service: All diese Dinge werden bei Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt. Wie also die richtige Versicherung finden? Diese Frage kann zwar niemand vollumfänglich beantworten, aber renommierte und unabhängige Rating-Agenturen wie etwa Stiftung Warentest oder das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) testen gesetzliche Krankenkassen in regelmäßigen Abständen.

Die wichtigsten Informationen, wie etwa der Umfang der Leistungen, werden hier übersichtlich zusammengefasst und in Beziehung zueinander gesetzt. Kurz: Was ist einem wichtig und wer bietet es an? Verbraucher umgehen damit den aufwendigen Schritt, sich eigenständig durch alle Infobroschüren und Websites zu kämpfen, um Preise und Leistungen zu vergleichen. Durch Testsieger-Berichte lassen sich schnell die besten Anbieter identifizieren, um sich auf dem umfangreichen Versicherungsmarkt besser orientieren zu können. Am Ende zählt, sich mit seinem individuellen Schutz für die Gesundheit wohlzufühlen.

Warum so viel Wind um die Zahngesundheit?


Kaum eine Region des Körpers ist mit so vielen Bakterien besetzt, wie der Bereich im und um den Mund. So lässt sich bei bis zu 70 Prozent der chronischen Krankheiten ein Zusammenhang mit der Gesundheit in Mund und Kiefer herstellen. Sind die Zähne gesund, wirkt sich das sehr positiv auf den restlichen Körper aus.

Besonders durch Parodontitis, einer bakteriellen Entzündung des Zahnhalteapparates, gelangen Toxine in das Blut, die den gesamten Körper belasten. So begünstigen chronische Zahnfleischentzündungen das Verstopfen von Gefäßen. Ein Herzinfarkt als Ursache von Zahnhygiene - ist das nicht etwas weit hergeholt? Nein, tatsächlich kann sich ein Herzanfall unter anderem auf die Zahngesundheit zurückführen lassen. Dies gilt auch für andere schwere Erkrankungen wie etwa Diabetes, Lungenentzündungen oder Schlaganfälle.

Auch Symptome wie Nacken-, Kopf- oder Ohrenschmerzen sowie Schlafstörungen können auf dem Gesundheitszustand von Zähnen und Kiefer basieren, wie es etwa bei der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) der Fall ist. Dabei handelt es sich um eine Fehlstellung bzw. Fehlfunktion des Kiefergelenkes. Alles in allem gilt: Unseren Zähnen sollte es stets gutgehen. Doch was passiert, wenn eben nicht alles gesund bleibt?

Wenn alles noch zu wenig ist: Zusätzliche Absicherung


Die Zahngesundheit wird immer wichtiger, nicht zuletzt wegen der Auswirkungen auf den Rest unseres Körpers. Ob die Leistungen der Krankenkassen im Ernstfall jedoch mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen, bleibt fraglich. Am Ende entscheidet nicht der aktuelle Zustand der Zähne oder der regelmäßige Zahnarztbesuch darüber, welche Absicherung nötig ist.

Gerade bei Zahnersatz wie Brücken oder Implantaten werden Verbraucher häufig mit einfacheren und kostengünstigeren Alternativen konfrontiert. Ist beispielsweise nur ein Zahn betroffen, übernehmen die Krankenkassen nicht etwa die Kosten für ein hochwertiges Implantat, sondern erstatten vielfach nur einen Teil der Kosten für eine herausnehmbare Zahnprothese. Es ist von Vorteil, sich im Vorfeld mit den Optionen und Leistungen vertraut zu machen.

Wem die gesetzliche Absicherung nicht genug ist, kann sich Rat zur Zahnzusatzversicherung einholen. Diese private Absicherung deckt teilweise oder ganz die Differenzkosten, die zwischen gesetzlicher Leistung und den tatsächlichen Kosten für Zahnersatz und Co. liegen. Es gibt zahlreiche Anbieter für eine Zahnzusatzversicherung mit unterschiedlichen Tarifen, die man ganz nach den eigenen Bedürfnissen wählen kann. Viele gesetzliche Krankenkassen arbeiten bereits mit privaten Anbietern zusammen, um ihren Kunden im Vorfeld einen ansprechenden Kooperationspartner für das Thema Zusatzversicherung anbieten zu können.

Physiotherapie für den Kiefer


Dass die Mund- und Kiefergesundheit an Präsenz und Wichtigkeit gewinnt, zeigt auch die am 1. Juli 2017 in Kraft getretene Heilmittel-Richtlinie für Zahnärzte. Diese ermöglicht es Zahnärzten, eine auf das Krankheitsbild des Patienten passende Physiotherapie für den Mund- und Kieferbereich zu verschreiben. Krankengymnastik für die Zähne? Ja, denn die Zuständigkeit der Zahnärzte ist nicht mehr nur auf Bohren, Kratzen oder Saugen herunterzubrechen. Längst schon können mittels physikalischer und manueller Therapie sowie Logopädie unter anderem das Knacken der Kiefergelenke, Schluckstörungen oder Zähneknirschen (Bruxismus) vorgebeugt bzw. behandelt werden.

Hierbei reiben Betroffene die Zähne unter hohem Druck aneinander, was mitunter neben Zahnfleischentzündungen auch starke Schmerzen im Kiefer-, Kopf- und Nackenbereich verursachen kann. Zwar sind die Ursachen weitgehend unklar, doch wird vermutet, dass unter anderem ungünstig gesetzte Implantate Bruxismus auslösen können. Um die Folgeschäden des Zähneknirschens zu minimieren, werden häufig manuelle Therapien eingesetzt. Damit kann sowohl die Fehlstellung im Kiefer als auch das Zähneknirschen selbst korrigiert werden. Neben den physiotherapeutischen können auch psychologische Methoden helfen, die Symptome zu lindern und die Funktionalität im Mund- und Kieferbereich zu gewährleisten oder wiederherzustellen.
(Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der externen Autorin Vivian Körl., 11.12.2017 - )
 
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