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Samstag, 25.11.2017
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Gefahr Berufsunfähigkeit

Versicherungsschutz

Warnschild
Tag für Tag wird gearbeitet in Deutschland. Für viele ist ihre regelmäßige Dienstleistung am Kunden, in einem Büro oder in der Baubranche eine Selbstverständlichkeit. Doch was passiert, wenn`s passiert? Trotz größter Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßigen Schulungen kommt es mitunter rasch zu einem Arbeitsunfall und das fix einkalkulierte Einkommen fällt schlagartig weg. Bei einer schwerwiegenden Verletzung geht es in vielen Fällen schlicht und einfach um die Existenz. Abgesehen von den gesundheitlichen Folgen hat der Verdienstausfall belastende Konsequenzen. Das Damoklesschwert Berufsunfähigkeit schwebt plötzlich im Raum und wird zu einer Situation, die für die ganze Familie zu einer Bewährungsprobe werden kann.

Wer durch einen unachtsamen Schritt, eine defekte Maschine oder andere Umstände verletzt wird, hat ein großes finanzielles Problem. Mit einer durchschnittlichen Erwerbsminderungsrente von rund 750 € ist nicht zu leben. Dabei muss es gar kein Ausfall durch einen Unfall sein. Ursache und Wirkung bleiben dennoch gleich und belastend. Fixkosten wie Miete, Schulgeld, Einkauf oder Ratenzahlungen sind weiterhin fällig und wenn am Girokonto Ebbe herrscht, ist guter Rat teuer.

Gründe für die Berufsunfähigkeit


Berufsunfähig zu sein, bedeutet, dass man seinen gelernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Gut 20 Prozent der Deutschen sind davon betroffen und fallen zumindest für einen Zeitraum von sechs Monaten oder mehr aus. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen führen das Ranking mittlerweile an, wie dieses Diagramm verdeutlicht:
Infografik

Quelle: Morgen & Morgen (2017)


Ein Ende ist nicht absehbar. Bislang waren es eher körperliche Krankheiten oder Unfälle, die Betroffene beruflich aus der Bahn geworfen haben. 2015 waren lediglich 17 Millionen der 43 Millionen Deutschen, die arbeiten, mit einer sogenannten Berufsunfähigkeitsversicherung geschützt. Mancher Dienstnehmer empfindet seine Arbeit nicht als gefährlich und unterschätzt deutlich das Risiko, ungewollt in diese Situation zu geraten.

Ob Unfall, Krebs, Burnout oder der Rücken: Aus welchen Gründen auch immer, wer nicht vorsorgt, bereut im Ernstfall seine Leichtsinnigkeit. Die Arbeitsbelastung führt in stressigen Jobs zu Belastungsstörungen, Neurosen und Ängsten.

Die Statistiken sind alarmierend!


Eine Krebserkrankung oder psychische Erkrankungen zwingen in unserer schnelllebigen Gesellschaft zu einem Austritt aus dem Berufsleben. 24,35 Prozent der krankheitsbedingten Ausfälle betreffen Erkrankungen an Skelett und Bewegungsapparat, 23,45 Prozent betreffen Nervenerkrankungen. Krebsbetroffene erreichen in den Statistiken 14 Prozent, Herz- und Kreislauferkrankungen knapp zehn Prozent.

Deutsche bis 40 Jahre werden aufgrund von Erkrankungen am Bewegungsapparat oder dem Skelett in die Berufsunfähigkeit getrieben. Arbeitnehmer zwischen 41 bis 50 Jahren hingegen erfüllen zu einem Großteil Kriterien einer Nervenkrankheit, haben aller im Vergleich zu jüngeren Kollegen weniger Arbeitsunfälle. Ab einem Erwerbsalter von 51 Jahren steigt der Anteil an Erkrankungen am Herz oder dem Gefäßsystem. Nervenleiden gehen zurück, wie die Statistiken bestätigen.

Berufe mit einem hohen Risiko für Arbeitsunfälle


Berufe, bei denen die Körperkraft im Vordergrund steht, haben ein besonders hohes Risiko für eine Berufsunfähigkeit. Dachdecker oder Maurer könnten sich bei der Arbeit verletzen, während Lehrer besonders von stressbedingten Erkrankungen wie Burnout gefährdet sind und ihr Einkommen verlieren. Physiker allerdings haben ein eher geringes Risiko, berufsunfähig zu werden.

Weitere Berufsgruppen, deren BU-Risiko deutlich höher ist, sind Handwerksberufe wie Bäcker, Elektriker oder Schreiner. Köche und Gerüstbauer sowie Gerichtsvollzieher werden ebenfalls höher eingestuft. Der Nachteil bei einem höheren Risiko ist der hohe Versicherungsbetrag beim Abschluss einer BU-Versicherung. Soldaten haben keine Chance auf eine solche Versicherung, während Architekten eine durchaus günstige Prämie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung leisten müssen.

Die Berufsunfähigkeit wird von einem Arzt oder Psychiater bestätigt. Ein Verkäufer, der lediglich nur noch ein paar Stunden arbeiten könnte, also deutlich unter 50 Prozent seiner bisherigen Arbeitszeit, wird bestätigt bekommen, dass mehr nicht zuträglich ist, ohne das Risiko einzugehen, dass sich die Erkrankung verschlechtert. Erfüllt diese Auszeit ein Minimum von sechs Monaten sind die Chancen für die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente hoch.

Was ist zu beachten?


Einfacher Schutz ist durch eine an die individuelle Situation angepasste Berufsunfähigkeitsversicherung gegeben. Langfristig betrachtet, kann heutzutage wohl kaum jemand ausschließen, dass ihn einer der bereits erwähnten Gründe aus seinem Job drängt. Auch der Traumjob garantiert keine Beschäftigung bis zur Rente! Es ist gar nicht so einfach, eine BU-Versicherung abzuschließen. Unterschiedliche Verträge und Produkte sollten genau überprüft werden, damit sich kein Schlupfloch für Leistungen ergibt, die im Ernstfall vom Versicherer abgelehnt werden. Es ist daher ratsam, das Kleingedruckte genau zu lesen und Klauseln, die nachteilig sind, ersatzlos zu streichen.

Zunächst ist es wichtig, die Versorgungslücke zu berechnen, also den Betrag, der im Falle eine Berufsunfähigkeit durch BU-Versicherungen abgedeckt werden muss. Sowohl für die Berechnung der Versorgungslücke als auch der Höhe der BU-Rente müssen verschiedene Punkte berücksichtigt werden. Betroffene müssen klären, ob sie Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Dies ist für alle, die nach 1961 geboren wurden, der Fall. Der Betrag der Erwerbsminderungsrente muss dann vom aktuellen Nettogehalt und sonstigen Einnahmen abgezogen werden, um die eigene Versorgungslücke zu berechnen und dementsprechend die Höhe der BU-Rente auszuwählen.

Versorgungslücke = (Nettoeinkommen + sonstige Einnahmen) - Erwerbminderungsrente

Rechenbeispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 1.500 € und einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente von 737 € beträgt die Einkommenslücke bei Erwerbsunfähigkeit 763 €. Daran sollte sich auch die Höhe der BU-Rente orientieren.

Sobald der Lebensunterhalt von der persönlichen Arbeitskraft abhängig ist, ist eine BU-Versicherung unumgänglich. Ein möglichst frühzeitiger Abschluss ist ratsam. Kleiner Tipp am Rande: Der vorzeitige Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist mitunter hilfreich, wenn die BU-Versicherung laut dem Versicherer nicht lückenlos sein sollte. Zumindest ein Vergleich könnte dann erreicht werden, wenn der Ernstfall eintritt und der Versicherer sich weigert, die Berufsunfähigkeitsrente auszubezahlen.

Wenn das Ende des Jahres naht, könnte ein Abschluss sinnvoll sein. Das neue Jahr und der damit verbundene Geburtstag erhöhen die Versicherungsprämien mitunter. Auch das sollte man in einem umfassenden Beratungsgespräch abklären, bevor man eine BU-Versicherung abschließt.

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfiehlt sich selbst bei Vorerkrankungen. Diese müssen jedoch im Einzelfall mit dem Versicherer abgestimmt werden. Ein rascher Abschluss macht wenig Sinn, denn wer sich Zeit lässt und mehrere Angebote einholt und genau überprüft, wird eher ans Ziel gelangen. Dennoch hofft jeder, der eine solche Versicherung abschließt, dass er sie in seinem gesamten Berufsleben nie benötigen wird.

Übrigens können auch Studenten eine BU-Versicherung beantragen. Der Vorteil in diesem Alter ist die geringe Beitragszahlung für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei spart man bares Geld und hat in der Not, sprich bei einer Erkrankung oder einem Unfall, bestens vorgesorgt.

Vorteile der BU


Monatliche Raten für die Berufsunfähigkeitsrente, die man sich leisten kann, sorgen für entspannten Schlaf. Ein Umstand, der den Antrag auf eine solche Versicherung empfehlenswert macht, ist die Tatsache, dass viele Menschen eine große Scheu haben, gesundheitliche oder psychische Probleme einzugestehen. Diese müssen nicht zwangsläufig mit dem Arbeitsplatz verbunden sein.

Es ist auch keine Frage des Alters, denn mittlerweile wird sogar bei jüngeren Menschen wie Studenten oder Berufseinsteigern eine psychische Erkrankung oder Burnout diagnostiziert. Sieht man sich die Zahl der Neuerkrankungen genauer an, ist die Tendenz bei jüngeren Personen sogar deutlich höher als bei älteren Dienstnehmern.
(Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Autor Daniel Theiss., 03.11.2017 - )
 
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